Deutscher Gewerkschaftsbund

Die Hochschule der Zukunft

15.08.2011

Tagung: Leitbild trifft Praxis

"Leitbild trifft Praxis" – unter diesem Motto tagten rund 60 TeilnehmerInnen aus Wissenschaft und und Gewerkschaft am 27. Mai 2011 an der Universität Leipzig. Die Veranstaltung fand im Neuen Seminargebäude der Uni zum fünfjährigen Bestehen der Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt Leipzig (KOWA) statt.

Die Tagung griff zentrale Thesen des "Leitbildes Demokratische und Soziale Hochschule" auf. Dieses war von der Hans-Böckler-Stiftung in Kooperation mit dem DGB und den Mitgliedsgewerkschaften erarbeitet worden.

In zwei Foren wurden die Thesen des Leitbildes:

  1. Studium als wissenschaftliche Berufsausbildung
  2. Arbeitsplatz Hochschule attraktiv gestalten

und die dazugehörigen Expertisen aufgegriffen und diskutiert. Die Thesen wurden auf ihre Umsetzungsperspektiven an den Leipziger Hochschulstandorten überprüft.

Die Ergebnisse der Foren

Im Forum 1 standen die unterschiedlichen Wege zum Studium im Fokus. Es wurde klar herausgestellt, dass sich die Hochschulen für andere Zielgruppen, z.B. beruflich Qualifizierte, öffnen müssen. Das Studium muss attraktiver gestaltet und Alternativen zum klassischen Vollzeitstudium sowie Möglichkeiten der Anrechnung bereits vorhandener Kompetenzen geschaffen werden.

In Forum 2 wurde deutlich: es müssen mehr unbefristete Stellen unterhalb der Professoren geschaffen werden, Daueraufgaben müssen auch mit Dauerstellen besetzt werden. Bestehende tarifliche Regelungen – beispielsweise zu Arbeitszeiten und Zeiten für die Qualifizierung – sind einzuhalten; zudem muss die Vereinbarkeit von Familie und Beruf an den Hochschulen verbessert werden.

In der Abschlussdiskussion nahmen die Professoren Dr. Thomas Lenk, Prorektor der Universität Leipzig und Dr. Ulrich Ziegler, Kanzler der HTWK Leipzig, zum Leitbild der Gewerkschaften Stellung. Beide stimmten den Inhalten des Leitbildes prinzipiell zu. Sie stellten aber auch die Schwierigkeiten dar, die sich für die Umsetzung durch die schlechte Haushaltslage an den Hochschulen ergeben.

Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit der Hans-Böckler-Stiftung und dem DGB Sachsen statt.

Programm

  • Eröffnung: Bernd Günther, Vorsitzender DGB-Region Leipzig-Nordsachsen, Vorsitzender Verein KOWA
  • Vorstellung des Leitbilds
    Matthias Anbuhl, DGB Bundesvorstand
  • Forum 1 „Studium als wissenschaftliche Berufsausbildung“
    Prof. Dr. Andrä Wolter, HU Berlin
    Arnold Arpaci und Magdalena Protte, StudentInnenRat UL
    Christian Wille, Studentenrat HTWK Leipzig
    Moderation: Doreen Kietz, KOWA
  • Forum 2 „Arbeitsplatz Hochschule attraktiv gestalten“
    Dr. Roland Bloch, Instititut für Hochschulforschung Wittenberg
    Benjamin Bigl, PromovierendenRat UL
    Moderation: Claudia Koepernik, KOWA
  • Abschlussdiskussion
    Prof. Dr. Thomas Lenk, Prorektor Universität Leipzig
    Prof. Dr. Ulrich Ziegler, Kanzler HTWK Leipzig
    Matthias Anbuhl, DGB Bundesvorstand
    Moderation: Sonja Bolenius, DGB Bundesvorstand
Dokumentation der Veranstaltung (PDF, 89 kB)

Inhalt: - Fazit zu "Leitbild trifft Praxis" – Tagung und Geburtstagsfeier der KOWA Leipzig - Rede Matthias Anbuhl : Das Leitbild Demokratische und Soziale Hochschule - Abschlussdiskussion mit Prof. Dr. Thomas Lenk und Prof. Dr. Ulrich Ziegler

Studium als wissenschaftliche Berufsausbildung (PDF, 1 MB)

Präsentation Prof. Dr. Andrä Wolter, Institut für Erziehungswissenschaften, Hochschulforschung, Humboldt-Universiität zu Berlin.

Arbeitsplatz Hochschule und Forschung attraktiv gestalten (PDF, 505 kB)

Präsentation, Dr. Roland Bloch Institut für Hochschulforschung (HoF) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.


Nach oben
  1. Sozial und demokratisch: DGB stellt hochschulpolitisches Programm vor
  2. Standpunkte zur Hochschule der Zukunft - Meyer-Lauber: Gute Arbeit für eine innovative Wissenschaft - Perspektiven aus NRW
  3. Kaase/Staudinger über die Bologna-Reform und die Internationalisierung des Studiums
  4. Leitbild "Demokratische Hochschule"- Wanka: Studierende als Kunden behandeln
  5. Sternberg: Bildungsgerechtigkeit als Teil der Hochschulpolitik
  6. Leitbild "Demokratische Hochschule" - Dobischat: "Debatte nicht den Hochschulen überlassen"
  7. Leitbild "Demokratische Hochschule" - Bultmann: "Breitenfinanzierung unabdingbar"
  8. Ingrid Sehrbrock: Hochschulen müssen offener werden
  9. Leitbild "Demokratische und Soziale Hochschule“ - Wiesehügel: "Unbeschränkter und kostenloser Zugang ist Kernanliegen"
  10. Leitbild "Demokratische und Soziale Hochschule“ - Sattelberger: "Kostenloses Studium ist gesellschaftspolitisch ungerecht"
  11. Leitbild "Demokratische und Soziale Hochschule“ - Gohlke: "Ver­schulte Studiengänge werden dem nicht gerecht"
  12. Hinz: "Durchlässigkeit des Bildungssystems erhöhen"
  13. Luzina/Jaros/Campusgrün: "Nachhaltigkeit auf allen Hochschulebenen"
  14. Huber: "Wissenschaft als kritische Wissenschaft etablieren"
  15. Leitbild "Demokratische Hochschule"- Rossmann: "Mut zur Idee der Europäischen Hoch­schule"
  16. Leitbild "Demokratische Hochschule"- Vassiliadis: "Den Bildungsbereich als Gan­zes betrachten"
  17. Leitbild "Demokratische Hochschule" - Schorlemer: "Zukunftspotentiale generieren, Wissenstransfer stärken"
  18. Leitbild "Demokratische Hochschule" - Doris Ahnen: "Hürden abbauen"
  19. Frank Bsirske: "Hürden der Bildungsbeteiligung abschaffen"
  20. Leitbild "Demokratische Hochschule" - Schavan: "Klare Verantwortlichkeiten bei Einbindung aller Beteiligten"
  21. Dieter Lenzen: "Partizipationsfrage in neuer Weise stellen"
  22. Juso-Hochschulgruppen: "Einbindung der Studierenden unverzichtbar"
  23. Anbuhl: "Soziale Öffnung ist Kernaufgabe"
  24. Michael Sommer - "Wir verstehen Bildung als soziale Frage“
  25. Michael Sommer: "Keine Vermarktung des Hochschulwesens"
  26. Leitbild "Demokratische und Soziale Hochschule“ - Konzept trifft auf Praxis
  27. Tagung: Leitbild trifft Praxis
  28. 4. Hochschulpolitisches Forum: Leitbilder in der Diskussion
  29. Auf dem Weg zum Hochschulpolitischen Programm
  30. "Leitbild triff auf Praxis" - Eine Diskussion zur Hochschulentwicklung
  31. Von der Ware zum öffentlichen Gut – Hochschule der Zukunft

Themenverwandte Beiträge

Pressemeldung
Beschäftigungsfähigkeit von Hochschulabsolventen weiter verbessern
"Ein Studium sollte immer ein breites Spektrum an Beschäftigungsfeldern eröffnen", sagt DGB-Vize Elke Hannack. Bloße Theorie und wissenschaftliche Kompetenz allein reichen nicht mehr aus. DGB, BDA und Hochschulrektorenkonferenz haben dazu eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Zur Pressemeldung
Artikel
Hannack: Duales Studium eindeutig definieren
Die Qualität des dualen Studiums muss stark verbessert werden. Eine zentrale Forderung des DGB: Duale Studiengänge müssen als eigenständiges Studienformat mit besonderem Profilanspruch verbindlich definiert werden. "Es dürfen nur solche Studienformate sich dual nennen, in denen akademische und berufliche Bildung auch wirklich integriert wird", erklärte DGB-Vize Elke Hannack. weiterlesen …
Datei
Position des DGB zum Dualen Studium
Mit diesem Positionspapier dringen der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften auf eine weitreichende Verbesserung der Qualität der dualen Studiengänge. Eine zentrale Forderung ist, duale Studiengänge als eigenständiges Studium mit besonderem Profilanspruch verbindlich zu definieren. Der gewerkschaftliche Qualitätsanspruch bezieht sich auf die Qualität der Lernprozesse an den Lernorten. weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten