Deutscher Gewerkschaftsbund

06.02.2013

Junge Erwachsene: Ungelernte brauchen besondere Förderung

Ein Sonderprogramm zur Qualifizierung von jungen Erwachsenen ohne Berufsabschluss fordert der DGB. „Allen bildungspolitischen Lippenbekenntnissen zum Trotz“ gebe es bisher keine ausreichenden Bildungsinitiativen für jüngere Erwachsene ohne Ausbildung, schreibt DGB-Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy in einer aktuellen Studie.

In den letzten zehn Jahren hat sich die Arbeitslosigkeit laut DGB-Studie unter den Jüngeren ohne Berufsabschluss um zehn Prozent erhöht. Nur gut jeder zweite gering Qualifizierte zwischen 25 und 34 ist erwerbstätig. "Wenn wir jetzt nicht mehr in die Bildung dieser jungen Menschen investieren, wird das zu hohen sozialen und arbeitsmarktpolitischen Folgelasten führen", warnt Arbeitsmarkexperte Adamy. Der DGB macht sich deshalb für zusätzliche Maßnahmen zur Weiterbildungsförderung für Geringqualifizierte im Hartz-IV-System stark.

Ergänzend dazu ist ein steuerfinanziertes Bundesprogramm notwendig, um Erwachsene ohne Beruf und Erwachsene, deren Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr nachgefragt wird, zu qualifizieren Mit einem Fördervolumen von 400 bis 500 Millionen Euro pro Jahr können voraussichtlich 30.000 Qualifizierungsmaßnahmen realisiert werden.

Die DGB-Studie zum Download

Nach oben

Themenverwandte Beiträge

Artikel
Flüchtlinge: In die Zukunft investieren, Potenziale nutzen
Deutschland muss in die Qualifizierung der Flüchtlinge investieren, schreibt DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach in der Kolumne „Gastwirtschaft“ der Frankfurter Rundschau. Diese Menschen brauchen schnell eine Chance auf Arbeit und Ausbildung – denn nur wenn wir sie unterstützen ihre Potenziale zu entfalten, werden sie selbst zu Steuer- und Beitragszahlern, sagt Buntenbach. weiterlesen …
Artikel
Geringqualifizierte: Schlechte Chancen auf Weiterbildung
Der Anteil der Geringqualifizierten unter den Arbeitslosen steigt. Besonders im Hartz-IV-System: Immer häufiger werden Geringqualifizierte von den Jobcentern und nicht von der Arbeitslosenversicherung betreut. Das Problem: Die Jobcenter fördern diese Zielgruppe deutlich seltener mit geeigneten Weiterbildungsmaßnahmen als die Arbeitsagenturen – eine Abwärtsspirale. weiterlesen …
Datei
Zur Situation Geringqualifizierter auf dem Arbeitsmarkt
Der Anteil der Geringqualifizierten unter den Arbeitslosen steigt. Besonders im Hartz-IV-System ist der Anstieg sichtbar: Immer häufiger werden Geringqualifizierte von den Jobcentern und nicht von der Arbeitslosenversicherung betreut. Das Problem: Die Jobcenter fördern diese Zielgruppe mit geeigneten Weiterbildungsmaßnahmen deutlich seltener als die Arbeitsagenturen. weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten