Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 015 - 29.01.2013

Arbeitgeber-Blockade: Klare Regeln gegen Psychostress nötig

Die geplante Unterzeichnung einer gemeinsamen „Erklärung zur psychischen Gesundheit bei der Arbeit“ vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und dem Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ist vorerst gescheitert. Dazu sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach am Dienstag in Berlin:

„DGB und Gewerkschaften wollen, dass die Initiative der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie ein Erfolg wird und dazu beiträgt, die psychische Gesundheit der Beschäftigten besser zu schützen. Der aktuelle ‚Stressreport’ belegt einmal mehr, dass Arbeit der Stressfaktor Nummer Eins ist und psychische Belastungen bei der Arbeit dringend abgebaut werden müssen.

Umso ärgerlicher ist es, dass die Arbeitgeberverbände bei der geplanten gemeinsamen Erklärung auf der Zielgeraden einen Rückzieher gemacht haben. Das vorläufige Scheitern der Einigung zeigt in aller Deutlichkeit, wie berechtigt die gewerkschaftliche Forderung nach verbindlichen Konkretisierungen im Arbeitsschutzrecht ist. Das Hauptproblem ist nämlich, dass zu viele Arbeitgeber den Arbeitsschutz vernachlässigen und zu wenig für gute Arbeitsbedingungen tun.

Der DGB bekräftigt deshalb seine Forderung an die Bundesregierung, den Worten Taten folgen zu lassen. Notwendig sind klare Regeln durch eine Anti-Stress-Verordnung, mehr Mitbestimmung und Sanktionen gegen diejenigen Unternehmen, die das Arbeitsschutzgesetz nicht einhalten. Entscheidend ist, dass schnell etwas passiert, denn die Kosten psychischer Belastungen betragen inzwischen rund 100 Milliarden Euro.

Die Umsetzung des Arbeitsschutzes setzt voraus, dass jedes Unternehmen die Arbeitsbedingungen untersuchen muss, um Risiken für die Gesundheit der Beschäftigten zu erkennen. Gegenwärtig kommen deutlich zu wenige Betriebe ihrer Pflicht nach, eine solche Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf Psychostress: Nach dem DGB-Index Gute Arbeit 2012 sind nur bei neun Prozent der Beschäftigten Gefährdungsanalysen durchgeführt worden, die auch die psychischen Belastungen berücksichtigen. Diese eklatanten Defizite der Arbeitgeber beim Arbeitsschutz müssen behoben werden.

Der DGB wird die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie weiterhin konstruktiv unterstützen und ist auch offen für weitere Gespräche über eine Vereinbarung mit den Arbeitgeberverbänden.“

Informationen zum DGB-Index Gute Arbeit 2012, „Wachsender Psycho-Stress, wenig Prävention – wie halten die Betriebe es mit dem Arbeitsschutzgesetz?“  finden Sie unter http://www.dgb.de/-/taf.

Psychische Belastungen in der Arbeitswelt Die Perspektive der Sozialpartner (PDF, 34 kB)

Annelie Buntenbach, Rede bei Tagung zur psychischen Gesundheit in der Arbeitswelt, BMAS, 29.01.2013

Rede Annelie Buntenbach, Tagung zur psychischen Gesundheit in der Arbeitswelt; BMAS, 29.01.2012


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