Deutscher Gewerkschaftsbund

02.05.2013

80 Jahre Zerschlagung der Gewerkschaften: Mut und Rückgrat gegen den Naziterror

Am 80. Jahrestag der Zerschlagung der Gewerkschaften hat der Deutsche Gewerkschaftsbund in der Gedenkstätte Sachsenhausen der gewerkschaftlichen Opfer des Naziterrors gedacht. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock legte am Denkmal im ehemaligen Konzentrationslager einen Kranz für die gefangenen, gefolterten und ermordeten GewerkschafterInnen nieder.

Ingrid Sehrbrock, Günter Morsch

Gedachten der inhaftierten, gefolterten und ermordeten Gewerkschafter: Ingrid Sehrbrock, stellvertretende DGB-Vorsitzende, und Günter Morsch, Leiter der Gedenkstätte Sachsenhausen. DGB

Professor Günter Morsch, Leiter der Gedenkstätte, stellte mit Lothar Erdmann und Karl Vollmershaus die Schicksale zweier Gewerkschafter im KZ Sachsenhausen vor. So wurde Lothar Erdmann, ehemaliger Redakteur beim Internationalen Gewerkschaftsbund (IGB), zu Tode gefoltert, als er einen Mithäftling gegen Misshandlungen verteidigen wollte. Karl Vollmershaus, bis 1933 ADGB-Bezirkssekretär, rettete Häftlinge, indem er im Lazarett Nahrungsmittel organisierte und an die Mitgefangenen verteilte. Er überlebte die Haft und war später einer der Mitbegründer des DGB in Rheinland-Pfalz.

„Diese Gewerkschafter haben uns gezeigt, wie man mit Mut, mit Standfestigkeit und mit Rückgrat agiert in dieser Situation, an die wir heute erinnern“, mahnte Ingrid Sehrbrock. Nach dieser tiefen Krise der Gewerkschaftsbewegung zwischen 1933 und 1945 haben die Gewerkschaften die Verpflichtung, neonazistisches Gedankengut, menschenverachtende Ideologien zu bekämpfen – und die Verpflichtung zur Stärkung der Einheitsgewerkschaft, so Sehrbrock.

Der Gedenkstein für die verfolgten und ermordeten Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter wurde 2008 vom DGB gestiftet. Am 75. Jahrestag der Zerschlagung der freien Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten hatte ihn der DGB-Vorsitzende Michael Sommer im Rahmen einer Gedenkveranstaltung enthüllt.


Nach oben

Themenverwandte Beiträge

Pressemeldung
Für Frieden und gesellschaftliche Vielfalt
Heute jähren sich zum achtzigsten Mal die grauenhaften Verbrechen der Nationalsozialisten in der Reichspogromnacht. Der DGB erinnert deshalb mit seinen Partnern der Allianz für Weltoffenheit, wie sehr sich der Einsatz für Demokratie lohnt und wie wertvoll das friedliche Zusammenleben in gesellschaftlicher Vielfalt ist. Zur Pressemeldung
Artikel
NSU-Prozess: Mitgefühl für die Opfer
Das Urteil im NSU-Prozess ist gefallen. Die Angeklagte Beate Zschäpe wurde des zehnfachen Mordes für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt. "Die Taten des NSU zeigen, wohin rassistisches und faschistisches Gedankengut führen kann", sagt DGB-Vorstand Annelie Buntenbach. weiterlesen …
Artikel
Buntenbach: "Erschreckende Verrohung des politischen Klimas"
Am vergangenen Freitag (20. Juli 2018) haben mutmaßliche Anhänger der AfD einen Gewerkschafter angegriffen und so lange gewürgt, bis dieser bewusstlos zusammenbrach. Der verletzte Kollege war Teilnehmer und Ordner bei einer Gegendemonstration gegen eine Veranstaltung mit der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion Beatrix von Storch. "Gauland & Co. haben zur Jagd aufgerufen. Der fürchterliche Vorfall in Hanau zeigt, wie schnell im Umfeld der AfD daraus Taten werden können", erklärt DGB-Vorstand Annelie Buntenbach. weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten