Deutscher Gewerkschaftsbund

15.12.2017

Handlungsbedarf bei psychischen Fehlbelastungen deutlich belegt

In diesem Jahr haben sowohl das Projekt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zur Psychischen Gesundheit in der Arbeitswelt – "Wissenschaftliche Standortbestimmung“ - als auch die TK-Stressstudie gezeigt, wie dringend der Handlungsbedarf in den Betrieben und Verwaltungen ist. Im Wahlkampf und in den Koalitionsverhandlungen standen vor allem die Arbeitsbedingungen in der Pflege im Fokus.

Frau fasst sich erschöpft an die Stirn

DGB/ Ion Chiosea/123rf.com

Defizite im Arbeitsschutz

Die Beschäftigten in der Pflege haben in besonderer Weise mit Arbeitsintensität, Druck und fehlenden Rückzugmöglichkeiten zu kämpfen, so dass diese Arbeitsbedingungen mit zu einem erheblichen Fachkräftemangel geführt haben. Einmal mehr belegen die Ergebnisse des diesjährigen DGB-Index Gute Arbeit, dass in der nächsten Legislaturperiode gehandelt werden muss.

Die Defizite im Arbeitsschutzsystem sind vielfältig. So sind viele staatliche Arbeitsschutzbehörden personell unterbesetzt, die Gefährdungsbeurteilung werden häufig nicht oder unzureichend umgesetzt und sinnvolle Handlungsempfehlungen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie nicht beachtet.

Mehr Verbindlichkeit schaffen

Gerade die Aktivitäten der Gewerkschaften sorgen maßgeblich dafür, dass das Thema weiter prominent platziert ist. Dazu beigetragen hat zweifellos die im September 2013 zwischen DGB, BDA und Bundesarbeitsministerium konsentierte gemeinsame Erklärung zur psychischen Gesundheit in der Arbeitswelt.

Da dies nicht ausreicht, brauchen wir endlich mehr Verbindlichkeit und die Umsetzung vorhandener wissenschaftliche Erkenntnisse durch ein klares Regelwerk. Für den DGB wird sich eine neue Bundesregierung daran messen lassen müssen, inwiefern sie wirksame Maßnahmen zum Erhalt der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz eingeführt hat, um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer spürbar zu entlasten, damit sie am Abend nicht mehr zu erschöpft sind, um sich um private oder familiäre Anforderungen zu kümmern.


Nach oben

Themenverwandte Beiträge

Artikel
Pflegepolitische Forderungen an eine zukünftige Bundesregierung
Bei den Sondierungsgesprächen für eine so genannte Jamaika-Koalition hat das Thema Pflege eine wichtige Rolle gespielt. Es war unstrittig eines jener Themen, die relativ schnell konsentiert waren, weil die Herausforderungen für die Zukunft der Pflegebedürftigen, der pflegenden Angehörigen und der in der Pflege Beschäftigten nahezu jedem klar sind. Der DGB und seine Gewerkschaften haben dazu folgende Forderungen aufgestellt und eingebracht. weiterlesen …
Artikel
"Priorisiert die Pflege!"
Da macht ein Azubi in einer TV-Sendung mit Kanzlerin Merkel seinem Ärger Luft - und plötzlich sprechen alle über die Zustände in der Pflege. Dabei sind die Probleme nicht neu - und "politische Verantwortung wird nicht erst dringlich, wenn YouTube-Videos millionenfach aufgerufen werden", schreibt DGB-Vorstand Annelie Buntenbach in der Frankfurter Rundschau. weiterlesen …
Pressemeldung
Buntenbach: Arbeitgeber müssen Rente und Gesundheit wieder zur Hälfte finanzieren
DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach hat auf der Feier zum 1. Mai in Salzgitter einen Kurswechsel in der Rentenpolitik und das Ende sachgrundlloser Befristungen gefordert. Im Umgang mit der AfD spricht sie sich für eine „klare Kante“ aus. Zur Pressemeldung

Zuletzt besuchte Seiten