Deutscher Gewerkschaftsbund

29.01.2021

"Es ist wichtig, gesellschaftlichen Ausgleich zu schaffen"

einblick Februar 2021

Der gewerkschaftliche "Kumpelverein" setzt sich für Gleichbehandlung und gegen Rassismus in den Betrieben ein. Der neue Vorsitzende Dietmar Schäfers spricht im einblick-Interview über die größten gesellschaftlichen Herausforderungen und was sein Verein im Wahljahr bewirken will.

vier Spielfiguren aus Holz, eine davon steht ausgegrenzt hinter einer Mauer

DGB/Serhii Radachynskyi/123RF.com

Du bist neuer Vorsitzender des gewerkschaftlichen Kumpelvereins – was hast Du Dir vorgenommen?

2021 haben wir die Bundestagswahl und 2022 Betriebsratswahlen, die sind elementar wichtig. Wir wollen beim Thema Rechtsextremismus und Rassismus dagegenhalten. Wir wollen – gemeinsam mit den Gewerkschaften – Flagge zeigen in den Betrieben, bei den Auszubildenden und den Betriebsräten.

Das Thema ist nach den Wahlen nicht beendet.

Und das Thema ist nach den Wahlen nicht beendet. Es gibt an vielen Stellen latenten Rassismus. Da ist eine Menge Aufklärungsarbeit zu leisten. Das ist unsere Aufgabe.

In den nächsten Jahren wollen wir unter anderem unsere Kommunikation auch in den Sozialen Medien optimieren. Da ist noch Luft nach oben.

Porträt Dietmar Schäfers

Dietmar Schäfers, 65, ist neuer Vorsitzender des Kumpelvereins. Der gewerkschaftliche Verein „Mach‘ meinen Kumpel nicht an!“ ist auch als Kumpelverein oder Gelbe Hand bekannt. Er wurde 1986 von der DGB-Jugend gegründet. www.gelbehand.de IG BAU

Was sind im Moment die größten Herausforderungen?

Wir haben alle gesehen, was am 6. Januar in den USA mit dem Sturm aufs Kapitol geschehen ist. In welche Richtung das geht und wo das endet, macht mir große Sorgen. Nämlich im Chaos, in Unfreiheit und Diktatur.

Es ist wichtig, gesellschaftlichen Ausgleich zu schaffen. Je mehr Ungleichheit, desto mehr soziale Verwerfungen. Aktuell stellt sich die Frage, wer die Kosten der Corona-Krise tragen wird. Da braucht es Antworten – von der Politik, von allen demokratischen Parteien.

Der Begriff „Fremdenfeindlichkeit“ wurde aus dem Vereinsnamen gestrichen. Was gab den Ausschlag?

Ich will das mal an einem Beispiel erklären: Wenn in Hanau ein Rassist neun Menschen ermordet hat, dann waren das ja keine Fremden. Deutsche Bürgerinnen und Bürger sind getötet worden, Hanauerinnen und Hanauer. Auch deswegen haben wir den Vereinsnamen geändert – „für Gleichbehandlung, gegen Rassismus“, damit ist alles gesagt.

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Seit vielen Jahren prämiert der Verein „Mach meinen Kumpel nicht an“ Projekte in Betrieben und Berufsschulen, die sich für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit einsetzen. Die diesjährige Preisverleihung findet am 19. März 2021 in Bremen statt.


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