Deutscher Gewerkschaftsbund

22.07.2016
Sommertour von DGB-Vorstand Stefan Körzell

Mindestlohn-Hotline: Immer noch 400 Anrufe pro Woche

Fragen zu Mindestlohn und Praktika werden bei der Mindestlohn-Hotline des Bundesarbeitsministeriums aktuell besonders häufig gestellt. DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell besuchte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Call-Centers im Rahmen seiner Sommertour.

Mindestlohn-Hotline BMAS

DGB/C. Falk

Im Rahmen der DGB-Sommertour von DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell besuchten Vertreterinnen und Vertreter des DGB die Mindestlohnhotline des Bundesarbeitsministeriums in Rostock. Die MitarbeiterInnen des „Bürgertelefons“ berichteten über die Abläufe der Hotline und über die häufigsten Mindestlohn-Anfragen.

Die meisten Anfragen bei der Mindestlohn-Hotline betreffen das Thema Praktikum

Derzeit dominieren vor allem Anfragen zu Praktika, nachdem anfänglich vor allem Fragen zu Aufzeichnungs- und Dokumentationspflichten, Auftraggeberhaftung, Mindestlohn bei Minijobs und mitarbeitenden Familienangehörige Schwerpunktthemen waren. Rund 400 AnruferInnen pro Woche suchen mittlerweile noch Rat – Arbeitgeber und Beschäftigte halten sich dabei die Waage. Aber auch viele Steuerberaterbüros fragen immer noch nach Details im Mindestlohngesetz für die Lohnabrechnung.

Bei potenziellen Mindestlohn-Verstößen ist die Finanzkontrolle Schwarzarbeit gefragt

Beantworteten anfangs etwa 35 Beschäftigte (sie kommen aus pädagogischen Berufen, aber auch Steuerfachangestellte und Juristen sind dabei) in 6-Stunden-Schichten Fragen rund um den Mindestlohn, sind damit inzwischen deutlich weniger MitarbeiterInnen beschäftigt. Dennoch werden weiterhin alle Beschäftigten des Bürgertelefons wöchentlich geschult, damit sie zeitnah über neue Regelungen und Auswirkungen von Urteilen informieren können. Auskünfte des Bürgertelefons sind allerdings nicht rechtsverbindlich – das betonen die MitarbeiterInnen gegenüber AnruferInnen am Telefon besonders deutlich, wenn die Fragen ins „Eingemachte“ gehen, sprich komplizierte Fall-Konstellationen betreffen.

Werden Mindestlohnverstöße am Telefon geschildert, verweisen die Callcenteragents die AnruferInnen an die zuständigen Hauptzollämter, damit die Finanzkontrolle Schwarzarbeit den Verstößen gegebenenfalls nachgehen kann.

Auch Beratung für Gehörlose

Auch Gehörlose bekommen Rat. Eine gehörlose Mitarbeiterin informiert via Bildschirmtelefon in Gebärdensprache über alle Themen, zu denen das Bürgertelefon berät. Eine Neuerung ist seit Anfang des Jahres das "Co-Browsing“. Dabei loggen sich die AnruferInnen bei komplizierteren Fragen mit einem zugeteilten Kennwort ein und werden Schritt für Schritt durch die einschlägigen gesetzlichen Regelungen geführt. Manche AnruferInnen seien bereits „StammkundInnen“, die sich immer wieder mit neuen Fragen melden. Aber Namen nennen muss niemand - jeder Anruf kann komplett anonym bleiben.

Mindestlohn-Hotline als "Vorwarnmelder" für die Politik

Die Projektleiterin der Mindestlohn-Hotline – sie arbeitet bereits seit 18 Jahren für das Bürgertelefon – bestätigt, dass sich die Aufregung auch bei den Arbeitgebern rund um den Mindestlohn gelegt habe. Sie sieht in der Hotline auch eine „Vorwarnmelder“ für die Politik. „Wenn sich bei uns Anfragen zu einem Thema häufen, wissen wir, dass es in Kürze politisch relevant wird.“ Deshalb würde Bundesarbeitsministerin Nahles den monatlichen Bericht der Hotline auch sehr interessiert zur Kenntnis nehmen.

Das Angebot der Mindestlohnhotline ist unbefristet. Es erfüllt unter anderem den Informationsauftrag, der im Mindestlohngesetz fest verankert ist.


Nach oben

Weitere Themen

DGB-Li­ve­stre­am-Rei­he "Mit ei­nem star­ken So­zi­al­staat durch die Kri­se"
Rote Schrift auf weißem Grund: Mit einem starken Sozialstaat durch die Krise
DGB
DGB startet eine Livestream-Reihe zur Zukunft des Sozialstaats. Die gegenwärtige Corona-Pandemie und die damit einhergehende Wirtschaftskrise zeigen, wie existenziell wichtig soziale Sicherheit für alle Schichten der Bevölkerung ist. Im ersten Livestream am 2. November diskutieren DGB-Vorstand Anja Piel, Prof. Dr. Sebastian Dullien, Direktor des IMK Düsseldorf und Dr. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Bundesverbands zum Thema: "Ein starker Sozialstaat sichert Wohlstand".
weiterlesen …

Li­ve­stre­am: 30 Jah­re deut­sche Ein­heit - wei­ter geht’s?!
Logo 30 Jahre Wiedervereinigung
DGB/BBGK Berliner Botschaft
Wo stehen wir 30 Jahre nach der Wiedervereinigung? Auf welche Erfolge können wir stolz sein? Wo müssen wir mehr tun, um gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Deutschland zu erreichen? Und wie schaffen wir es, Gute Arbeit für alle Beschäftigten zu erreichen? Darüber diskutiert DGB-Vorstand Stefan Körzell in unserem Livestream am 10. November mit Marco Wanderwitz, Ostbeauftragter der Bundesregierung.
weiterlesen …

Star­ke Ta­rif­ver­trä­ge für ein gu­tes Le­ben
Tarif. Gerecht. Für alle.
DGB
Mehr Urlaub, höhere Gehälter, flexiblere Arbeitszeiten für die Beschäftigten – oder jetzt, während Corona, ein höheres Kurzarbeitergeld. Mit Tarifvertrag ist einfach mehr drin. Doch die Reichweite der Tarifbindung nimmt weiter ab. Immer weniger Beschäftigte profitieren von einem Tarifvertrag. DGB-Vorstand Stefan Körzell diskutiert am 11. November mit Gästen aus Politik und Wirtschaft: Wie lässt sich die Tarifbindung in Deutschland wieder erhöhen? Und wie haben sich Tarifverträge in der Corona-Pandemie bewährt?
weiterlesen …

Co­ro­na: Al­les, was Be­schäf­tig­te jetzt wis­sen müs­sen
Mikroskopaufnahme Corona-Viren
DGB/Kateryna Kon/123rf.com
Corona und Arbeitsrecht, Corona und Kurzarbeitergeld, Corona und Arbeitszeit, Corona und Arbeitsschutz, Corona und Kinderbetreuung: Wir beantworten die wichtigsten Fragen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der COVID19-Krise.
weiterlesen …

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …

Newslet­ter
Anzeige eines Newsletteranzeige in Outlook
DGB
Bestellen Sie die Newsletter des Deutschen Gewerkschaftsbundes.
weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten