Deutscher Gewerkschaftsbund

04.06.2014

Tarifinfo Zeitarbeit - iGZ und BAP

Am 17. September 2013 erreichte die DGB-Tarifgemeinschaft für Hunderttausende Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter deutliche Verbesserungen in den Tarifverträgen. Der Mindestlohn wird in einer ersten Stufe im Westen zum 1. Januar 2014 auf 8,50 Euro, zum 1. April 2015 auf 8,80 Euro und  zum 1. Juni 2016 auf 9 Euro angehoben. Im Osten steigt der Mindestlohn in der Vertrags-Laufzeit auf 8,50 Euro. Der Lohnunterschied zwischen Ost und West wird dabei deutlich reduziert.

DGB fordert weiterhin gleichen Lohn für gleiche Arbeit

Von Verhandlungsbeginn an war es für die DGB-Tarifgemeinschaft klar: Ein Ergebnis würde es mit 8,50 Euro als unterste Entgeltgruppe geben. Mit dieser Grenze legten die Gewerkschaften zugleich die Lohnuntergrenze für den Branchenmindestlohn in der Leiharbeit fest. DGB-Verhandlungsführer und Vorstandsmitglied Claus Matecki forderte erneut eine gesetzliche Regelung mit dem Ziel gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Grundrecht auf Streik gestärkt

Mit dem Abschluss gelang auch eine Klarstellung, dass Mitarbeiter im Umfang eines Streikaufrufs einer Mitgliedsgewerkschaft der DGB-Tarifgemeinschaft Zeitarbeit nicht in Betrieben oder Betriebsteilen eingesetzt werden dürfen, die ordnungsgemäß bestreikt werden. Dies gilt auch für Mitarbeiter, die bereits vor Beginn der Arbeitskampfmaßnahme im Betrieb eingesetzt wurden. Dieser Punkt war für die DGB-Tarifgemeinschaft von zentraler Bedeutung. Damit wird in Zukunft verhindert, dass Kolleginnen und Kollegen von den Arbeitgebern eingesetzt werden können, um das grundgesetzlich geschützte Streikrecht zu unterwandern.

Zudem wurden die missbrauchsanfälligen Entgeltgruppenbeschreibungen in den untersten Entgeltgruppen EG 1-4 geändert und die Ausschlussfristen in den Tarifverträgen verlängert.

Die Entgelte West in Entgeltgruppe 1 betragen zum: 

  • 01.01.2014 - 8,50 EUR
  • 01.04.2015 - 8,80 EUR
  • 01.06.2016 - 9,00 EUR

Die Entgelte Ost in Entgeltgruppe 1 betragen zum: 

  • 01.01.2014 - 7,86 EUR
  • 01.04.2015 - 8,20 EUR
  • 01.06.2016 - 8,50 EUR

Die übrigen Entgeltgruppen 2-9 werden wie folgt entsprechend erhöht:

Erhöhung zum

West

Ost

01.01.2014

3,80%

4,80%

01.04.2015

3,50%

4,30%

01.06.2016

2,30%

3,70%

Die Tarifverträge haben eine Laufzeit bis zum 31.12.2016.


Tarifvertrag zwischen Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e. V. (BAP), iGZ – Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e. V. (iGZ) und den unterzeichnenden Mitgliedsgewerkschaften des DGB

 


Tarifverträge zwischen dem Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e. V. (BAP) und den unterzeichnenden Mitgliedsgewerkschaften des DGB

 

BAP Tarifverträge (PDF, 475 kB)

Manteltarifvertrag, Entgeltrahmentarifvertrag, Entgelttarifvertrag

BAP Entgelttabellen (PDF, 74 kB)

Anlage zu den BAP-Tarifverträgen


Tarifverträge zwischen dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ e.V.) und den unterzeichnenden Mitgliedsgewerkschaften des DGB

 


Nach oben
Ta­rif­ver­hand­lun­gen Leih­ar­beit: Was muss ich wis­sen?
DGB/Simone M. Neumann
Equal Pay, Mindestlohntarifvertrag, Tariföffnungsklausel und Nachwirkung? Die häufigsten Fragen zu den Tarifverhandlungen in der Leiharbeit beantwortet unser Ratgeber.
weiterlesen …

Weitere Themen

DGB for­dert Re­gie­rung auf: "CE­TA in der­zei­ti­ger Form ab­leh­nen"
DGB/Simone M. Neumann; CLC
Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann und der Vorsitzende des kanadischen Gewerkschaftsbundes CLC, Hassan Yussuff, lehnen in einer gemeinsamen Erklärung die vorliegende Fassung des Freihandelsabkommens CETA zwischen der EU und Kanada ab.
weiterlesen …

EU-Re­fe­ren­dum in Groß­bri­tan­ni­en
Colourbox.de
Am 23. Juni entscheiden die Briten per Referendum, ob sie Mitglied der Europäischen Union bleiben. Der DGB hat sich gemeinsam mit europäischen Gewerkschaften für einen Verbleib Großbritanniens in der EU ausgesprochen. Alle Infos und Positionen des DGB zur Frage: "Brexit" oder "Remain"?
weiterlesen …

Bun­ten­bach: Bei Ar­beits­zeit Rech­te der Be­schäf­tig­ten stär­ken
Coulorbox.de
DGB-Vorstand Annelie Buntenbach fordert anlässlich der Debatte um das Arbeitszeitgesetz mehr Arbeitszeitsouveränität für Beschäftigte. Es sei zu begrüßen, "dass die Rechtsansprüche der Beschäftigten gestärkt werden sollen". Gleichzeitig müsse aber darauf geachtet werden, "dass die Gesundheit der Beschäftigten nicht beeinträchtigt wird".
Zur Pressemeldung

BS­R: Per­so­nal­rat mit star­kem ge­werk­schaft­li­chem Rück­halt
Matthias Schumann
Sie holen den Hausmüll, leeren regelmäßig 22.500 Papierkörbe und halten die Straßen der Stadt sauber: Rund 5.200 Beschäftigte der Berliner Stadtreinigungsbetriebe BSR sorgen dafür, dass die Hauptstadt nicht im Müll versinkt. Für gute Arbeitsbedingungen in dem kommunalen Unternehmen sorgt ein starker Personalrat. Ein Interview des DGB-Beamtenmagazins.
weiterlesen …

Themenverwandte Beiträge

Artikel
Studie: Jeder zweite Leiharbeits-Job dauert weniger als 3 Monate
Kaum Kündigungsschutz, hohes Verarmungsrisiko: Fast die Hälfte der Leiharbeitsbeschäftigten wird nach weniger als drei Monaten wieder gekündigt. Über ein Drittel der Entlassenen landet sofort in Hartz IV, zeigt eine aktuelle DGB-Studie zur Leiharbeit. weiterlesen …
Artikel
Urlaubsgeld: Deutlich mehr mit Tarifvertrag
Knapp 61 Prozent der ArbeitnehmerInnen bekommen zusätzliches Geld für ihre Urlaubskasse – wenn ihr Arbeitgeber tarifgebunden ist. Ohne Tarifvertrag erhalten dagegen nur 32 Prozent der Beschäftigten Urlaubsgeld. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung. weiterlesen …
Artikel
Ein Werkvertrag kann mit einer Einzelperson geschlossen werden oder mit einem „Subunternehmen“ – was ist der Unterschied?
Wenn ein Unternehmen ein Werk in Auftrag geben möchte, kann er damit eine Einzelperson beauftragen oder ein Subunternehmen. Der Subunternehmer wiederum kann entscheiden, ob das Werk selbst erbringt oder die Leistung teilweise oder ganz an ein weiteres Subunternehmen weiterreicht. So kann eine ganze Subunternehmerkette entstehen. weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten