Deutscher Gewerkschaftsbund

03.01.2020
Tarifbindung

"Öffentliche Aufträge nur an Firmen mit Tarifverträgen"

Reiner Hoffmann will Tarifflucht und Dumpinglöhnen einen Riegel vorschieben. "Ein zentraler Schritt ist, dass die Vergabe von öffentlichen Aufträgen an Tarifbindung geknüpft wird. Sonst werden die Steuerzahler zweimal zur Kasse gebeten", sagt der DGB-Vorsitzende. Auch die Arbeitgeber sieht er in der Pflicht.

Absperrband: Tarif-Baustelle in Karlsruhe

DGB/Tim M. Carmele

Deutschlandfunk: Gewerkschaften. Öffentliche Aufträge nur an Firmen mit Tarifverträgen

"Tarifflucht und Dumpingmodellen gehört ein Riegel vorgeschoben. Es kann nicht sein, dass sechs Millionen Gewerkschaftsmitglieder für das öffentliche Gut des Tariffriedens einstehen und sich immer mehr Unternehmen einen schlanken Fuß machen", sagt der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann zum Jahresbeginn in Berlin.

"Ein zentraler Schritt ist, dass die Vergabe von öffentlichen Aufträgen an Tarifbindung geknüpft wird. Sonst werden die Steuerzahler zweimal zur Kasse gebeten. Zuerst werden mit Steuergeldern Aufträge an Geschäftsmodelle vergeben, die auf Dumping basieren – und dann müssen die Beschäftigten am Ende des Monats steuerfinanzierte Grundsicherung beantragen, um halbwegs über die Runden zu kommen. Die öffentliche Auftragsvergabe muss verpflichtend mit sozialen und ökologischen Vergabekriterien verknüpft werden.

Um dem Anspruch der sozialen Marktwirtschaft gerecht zu werden, brauchen wir auch die Arbeitgeber. Viel zu viele Arbeitgeber machen sich einen schlanken Fuß und denken, sie müssten sich nicht in Verbänden organisieren oder die Tarifverträge seien ohnehin viel zu komplex. Dabei sind die Verträge vor allem deshalb so komplex, weil oft die andere Seite jedes Detail geregelt haben will."


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