Deutscher Gewerkschaftsbund

14.03.2022
Geschlechtergerechtigkeit

Ungleichheit im Homeoffice

Frauen haben Nachteile beim Arbeiten von zu Hause

Seit der Pandemie können viele Beschäftigte ins Homeoffice wechseln. Die Voraussetzungen, die sie dabei vorfinden sind jedoch unterschiedlich. Frauen haben nicht die gleichen Chancen wie Männer Homeoffice zu nutzen. Wenn sie es tun, arbeiten sie unter schlechteren Bedingungen. Zu diesem Ergebnis kommt der DGB Index Gute Arbeit aufgrund einer Beschäftigtenbefragung im Frühjahr 2020.

Frau im Home Office vor Laptop

DGB

Der Grundstein für die ungleiche Verteilung von Chancen und Risiken rund ums Homeoffice war bereits vor Corona gelegt. "Aus den Erfahrungen vor und während der Pandemie wissen wir: Im Homeoffice verwischen die Grenzen zwischen Erwerbsarbeit und Privatleben leichter", sagt Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende. "Viele Frauen, die im Homeoffice arbeiten, übernehmen oft zusätzlich die Haus- und Sorgearbeit – das wird allzu oft übersehen. Gerade deshalb sind vor allem betriebliche Regelungen wichtig, die klar die Nutzung von Homeoffice ausgestalten. Das gilt zum Beispiel für die Erreichbarkeit via Telefon und E-Mail. Es sollte selbstverständlich sein, dass alle Beschäftigten für das Homeoffice auch entsprechend mit digitalen Arbeitsmitteln ausgestattet sind. Auch dafür können Betriebsvereinbarungen mit dem Arbeitgeber sorgen," so Hannack weiter.

Frauen sind im Homeoffice nicht nur seltener mit digitaler Technik ausgestattet. Sie verfügen auch über weniger Erholungsmöglichkeiten als ihre männlichen Kollegen. Zu diesem Schluss kommt die Beschäftigtenumfrage des Instituts DGB-Index Gute Arbeit. Gesetzliche und betriebliche Rahmenbedingungen müssen daher die Voraussetzungen für die gleiche Teilhabe an mobiler Arbeit im Homeoffice schaffen.

Denn auch in Zukunft müsse das Homeoffice ermöglicht werden, gerade um Familien zu entlasten. Hannack fordert: "Die Politik muss rasch klare Regeln auf den Weg bringen. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz muss auch für die Arbeit im Homeoffice verbindlich geregelt sein. Wichtig ist, dass die Beschäftigten die Möglichkeiten der Digitalisierung entsprechend ihren Bedürfnissen besser nutzen können. Gleichzeitig geht es aber auch um einen besseren Schutz vor den Schattenseiten des Homeoffice, etwa vor Überwachung durch den Arbeitgeber oder vor schlechter Ergonomie."

Mehr Informationen dazu finden sich in der Broschüre der DGB Frauen "Office im Home. Stereotype im Kopf"


Nach oben

Weitere Themen

Echt ge­recht – so­li­da­risch durch die Kri­se!
Farbfläche mit Wort-Bild-Marke, Text: Echt gerecht - Solidatisch
DGB
Die steigenden Preise treffen uns mit voller Wucht. Wir Gewerkschaften haben für Entlastungen wie Strompreisdeckel, Abschöpfen von Zufallsgewinnen oder Einmalzahlungen für Rentner*innen und Studierende gekämpft. Doch die bisher beschlossenen Hilfen greifen zu langsam oder sind immer noch unklar. So muss jetzt umgehend nachgebessert werden.
weiterlesen …

Für ei­ne neue Zeit der Ge­stal­tung
Gruppenbild Stefan Körzell, Yasmin Fahimi, Elke Hannack, Anja Piel
DGB/Gordon Welters
Der DGB hat die politischen Schwerpunkte für das Jahr 2023 vorgestellt. Mit Blick auf die Krise infolge des schrecklichen Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine verwies die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi auf die Leistungsfähigkeit des Staates und die wertvolle Kooperation von Sozial- und Tarifpartnern, durch die es gelungen sei, für Stabilität zu sorgen und den wirtschaftlichen Absturz zu verhindern.
Zur Pressemeldung

Was än­dert sich 2023?
Hand zeigt auf Würfel mit Jahreszahl 2023
DGB/fokusiert/123RF.com
Auch 2023 gibt es Neuerungen, die Arbeitnehmer*innen, Versicherte und Leistungsempfänger*innen betreffen. Das Bürgergeld wird erstmals eingeführt und auch beim Kindergeld und in der Rente gibt es wichtige Änderungen. Was sich sonst noch ändert und was Sie künftig beachten müssen, haben wir in einem Überblick zusammengestellt.
weiterlesen …

Was ha­ben Ge­werk­schaf­ten in der Kri­se für dich er­reicht?
Foto mit Farbfläche und echtgerecht-Logo. Auf dem Foto ist die DGB-Fahne im Vordergrund und viele Gewerkschaftsmitglieder demonstrierend im Hintergrund zu sehen.
DGB/Christian Plambeck
Die Welt ist im Krisen-Dauermodus: Energiekrise, Klimakrise, ein Krieg in Europa, hohe Inflation und die Auswirkungen der Corona-Pandemie bereiten allen Menschen Sorgen. Gewerkschaften stehen auf der Seite der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Welche Erfolge haben wir erreicht? Was bringt unser Einsatz in der Krise konkret für dich?
weiterlesen …

Wohn­geld und mehr: Die­se Ent­las­tun­gen brau­chen Mie­ter*in­nen
Hellgrüne Icons von einem Hochhaus und einem Einfamilienhaus auf petrolfarbenem Hintergrund
DGB
Die Mehrheit der Mieter*innen muss in den kommenden Monaten mit deutlich höheren Abschlägen und gestiegenen Betriebskosten für Strom und Heizen rechnen. Hier erfahren, was der DGB fordert, damit nicht Millionen von Haushalten die Kündigung des Mietvertrages oder die Sperrung von Strom oder Gas drohen.
weiterlesen …

Von Ab­schlags­zah­lung bis Gas­preis­de­ckel: Die wich­tigs­ten In­fos
Hellgrüner Topf mit offenem Deckel. Zwischen Deckel und Topf Euromünze, die schmilzt
DGB
Die Bundesregierung, der Bundestag und der Bundesrat haben Energiepreisbremsen (Gas, Fernwärme, Strom) auf den Weg gebracht. Hier erfahren Sie alles, was Sie rund um die Energiepreisbremsen wissen müssen.
weiterlesen …

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
einblick DGB-Infoservice hier abonnieren
DGB/einblick
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …