Deutscher Gewerkschaftsbund

07.08.2019

Zeit für mehr soziale Gerechtigkeit – Der DGB beim Nachhaltigkeitsgipfel der Vereinten Nationen

Teilhabe ermöglichen, niemanden ausschließen und für mehr Gerechtigkeit sorgen - das war das Motto des diesjährigen High-Level Political Forum (HLPF) der Vereinten Nationen in New York. Über zwei Wochen tagten Vertreterinnen und Vertreter der UN-Mitgliedsstaaten zur internationalen Nachhaltigkeitsstrategie. Der DGB war als Teil der deutschen Regierungsdelegation dabei.

Waage mit Menschen, als Symbol für Gleichheit

DGB/prazis/123rf.com

Gewerkschaften als Treiber nachhaltiger Entwicklung

Mit der Kampagne des internationalen Gewerkschaftsbundes „It’s Time for 8“ – Zeit für das Nachhaltigkeitsziel Gute Arbeit (SDG 8) setzte die internationale und deutsche Gewerkschaftsdelegation ein deutliches Zeichen für die Rechte und Belange der Beschäftigten weltweit. Die mit der Kampagne formulierte Kritik richtete sich nicht ausschließlich an die schwierigen Arbeitsbedingung und Angriffe auf Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter im globalen Süden, sondern sprach sich auch für gute Arbeitsstandards und Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg in Industrienationen aus. So erklärte Stefan Körzell zum Auftakt des Ministertreffens des HLPF: „Gewerkschaften sind Treiber nachhaltiger Entwicklung, die sich regional und global für Gute Arbeit, Mitbestimmung, soziale Sicherheit und gerecht verteilten Wohlstand einsetzen“.

Internationale Gewerkschaftsdelegation beim Nachhaltigkeitsgipfel der Vereinten Nationen

Internationale Gewerkschaftsdeligation auf dem Nachhaltigkeitsgipfel der Vereinten Nationen in New York. Mit dabei: DGB-Referent Jan Philipp Paprotny (m.l.) DGB

Gute Arbeit, gerechter Strukturwandel und Ungleichheit im Fokus

Die Schwerpunktthemen des diesjährigen Gipfels waren neben Guter Arbeit und Wirtschaftswachstum (SDG 8) auch qualitative Bildung (SDG 4), Ungleichheit reduzieren (SDG 10) und Klimaschutz (SDG 13). Da all diese Themen kerngewerkschaftliche Interessen ansprechen, brachten Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern auf vielen Podien ihre Standpunkte ein.

Jan Philipp Paprotny & Carola Dittmann Nachhaltigkeitsgipfel der UN

DGB-Referent Jan Philipp Paprotny (r.) und Carola Dittmann von der Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE beim Nachhaltigkeitsgipfel der Vereinten Nationen DGB

Jan Philipp Paprotny vom DGB berichtete bei einem Side-Event von den Erfahrungen und Ergebnissen der deutschen Strukturwandelkommission und unterstrich die Bedeutung der Einbindung der Sozialpartner bei den tiefgreifenden Veränderungsprozessen, die aktuell vor uns liegen. Die gewerkschaftliche Forderung nach einem gerechten Strukturwandel –Just Transition -, der niemanden zurücklässt und durch einen handlungsfähigen Staat proaktiv mit Beschäftigten und Arbeitgebern gestaltet wird, fand breite Zustimmung.

Bewusstsein für Nachhaltigkeit schaffen und aktiv umsetzen 

Deutlich wurde allerdings auch, dass die Umsetzung der Nachhaltigkeitsagenda 2030 immer noch an vielen Stellen weit zurückhängt - sei es der vielerorts fehlende Zugang zu medizinischer Versorgung, der in Teilen immer noch vorherrschende Hunger oder die massive ungleiche Vermögensverteilung. Aus diesem Grund sind alle Akteure gefragt, die Aspekte der Nachhaltigkeit in die Breite zu tragen und Bewusstsein für nachhaltiges Handeln zu schärfen. Nachhaltigkeitsbotschafter und Regisseur Richard Curtis forderte in seiner Eröffnungsrede alle Regierungen auf, die Nachhaltigkeitsziele schnell umzusetzen und die Chance zu ergreifen, die Welt bis 2030 lebenswerter zu gestalten.


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