Deutscher Gewerkschaftsbund

13.11.2017
Arbeitszeit

1,8 Milliarden Überstunden – und ein "Wirtschaftsweiser" fordert "flexiblere Arbeitszeiten"?

Der Vorsitzende der "Wirtschaftsweisen" Christoph Schmidt fordert, das Arbeitszeitgesetz in wesentlichen Punkten zu kippen – und beispielsweise den 8-Stunden-Tag abzuschaffen. Schmidt sei ein "Realitätsverweigerer, wenn er wirklich glaubt, dass in Deutschland starr das Modell nine-to-five vorherrscht", sagt der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann.

Frau liegt mit Kopf (schlafend) auf Schreibtisch; daneben eine übergroßer Wecker

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"Arbeitsgesetz und Tarifverträge bieten schon lange eine Fülle an flexiblen Möglichkeiten", erklärt Hoffmann.

Fast eine Milliarde unbezahlte Überstunden

"2016 hat diese Flexibilität unter anderem dazu geführt, dass die Beschäftigten 1,8 Milliarden Überstunden geleistet haben - die Hälfte davon unbezahlt. Diese Flexibilität ist einseitig zugunsten der Arbeitgeber, davon brauchen wir nicht mehr, sondern weniger, und schon gar keine Änderung des Arbeitszeitgesetzes", sagt Hoffmann.

Warum nicht endlich mal mehr Flexibilität zugunsten der Arbeitnehmer?

"Was wir brauchen, ist eine Flexibilität, die Arbeitnehmern zugute kommt - wie zum Beispiel, dass Arbeitszeiten präzise erfasst und bezahlt werden, wenn Beschäftigte ausserhalb der Büros online arbeiten, und ein Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit. Wer das Arbeitszeitgesetz aufweicht, fordert die Verlängerung der Arbeitszeiten", so der DGB-Vorsitzende.

Vielleicht helfe Schmidt "ein Blick in das Arbeitsschutzgesetz mit den dort wiederholt nachgewiesenen wissenschaftlichen Befund, dass nach 8 Stunden die Unfallquote steigt und die Effizienz sinkt."


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