Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 045 - 30.06.2022
Gesetzlicher Mindestlohn

Mindestlohn steigt auf 10,45 Euro

Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Juli auf 10,45 Euro je Stunde. Diesen Schritt hatte die Mindestlohnkommission bereits vor zwei Jahren festgelegt. Bereits drei Monate später, also zum 1. Oktober dieses Jahres, erfolgt die nächste Erhöhung auf dann 12 Euro je Stunde. Dies hat der Gesetzgeber erst kürzlich in einer einmaligen Entscheidung beschlossen.

DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell sagte am Donnerstag in Berlin:

„Wer zum Mindestlohn arbeitet, hat damit ab Juli rund 6,5 Prozent mehr im Geldbeutel. Für einen Vollzeitbeschäftigten sind dies brutto 110 Euro mehr auf dem monatlichen Lohnzettel. Gerade in Zeiten hoher Inflationsraten erhalten geringe Einkommen damit einen spürbaren Lohnzuwachs. Vor allem Beschäftigte in Ostdeutschland und Frauen profitieren davon, und zwar besonders in den Branchen Gastronomie, Taxigewerbe wie auch Kurier- und Expressdienste.

Der Mindestlohn allein wird in der jetzigen Situation jedoch nicht reichen, um den enormen Preisschub vor allem für Energie und für Lebensmittel auszugleichen. Deshalb braucht es weitere staatliche Entlastungsmaßnahmen jenseits der bereits beschlossenen Pakete.

Klar ist aber auch: Im nächsten Jahr wird die Mindestlohnkommission über die nächste Anpassung entscheiden, die dann ab Anfang 2024 gilt. Dabei geht es darum, den Mindestlohn oberhalb der 12 Euro weiterzuentwickeln.

Für uns Gewerkschaften ist der Mindestlohn stets nur die zweitbeste Lösung. Wirklich gute Löhne gibt es nur mit Tarifverträgen. Umso wichtiger ist es, die Tarifbindung, die in den letzten Jahren stetig zurückging, wieder zu stärken.“


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