Deutscher Gewerkschaftsbund

22.05.2017

"Deutschland-Stipendium ist ein echter Ladenhüter"

300 Euro extra im Monat für Studierende mit herausragenden Leistungen und ehrenamtlichem Engagement: Das ist die Idee des Deutschland-Stipendiums. Doch nur wenige nutzen das Programm, die bereitgestellten Gelder verfallen. Höchste Zeit, das Projekt endlich zu beenden und stattdessen das BAföG zu stärken, sagt DGB-Vize Elke Hannack.

Elke Hannack, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes

DGB/Simone M. Neumann

Auch wenn die Zahl der Deutschland-Stipendiaten im vergangenen Jahr leicht gestiegen ist, kommen nach wie vor nur wenige junge Akademiker in den Genuss des Förderprogramms. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts haben 2016 25.500 Studierende ein solches Stipendium erhalten; das entspricht etwa 0,9 Prozent aller, die im Wintersemenster 2016/2017 an einer Hochschule eingeschrieben waren.

Zu den aktuellen Zahlen sagt die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack:

„Trotz teurer PR-Kampagne bleibt das Deutschland-Stipendium ein echter Ladenhüter. Nur 0,9 Prozent aller Studierenden erhalten ein solches Stipendium. Das ursprünglich anvisierte und mittlerweile nach unten korrigierte Ziel von 8 Prozent wird damit nicht annähernd erreicht. Mehr noch: Allein im Jahr 2016 sind 15 Millionen Euro verfallen, die die Bundesregierung im Haushalt für das Deutschland-Stipendium eingeplant hatte. Es gab schlicht keine Nachfrage. Bildungsministerin Johanna Wanka sollte endlich ein Einsehen haben und dieses Programm auslaufen lassen. Die freien Mittel wären im BAföG besser angelegt.“


Nach oben

Weitere Themen

Co­me­di­an In­go Ap­pelt über den Hu­mor der Ge­werk­schaf­ter
Felix Rachor
Ingo Appelt war vor seiner Zeit als Comedian gewerkschaftlich engagiert. Im einblick-Interview erzählt er, warum die Betriebsratswahlen 2018 wichtig sind und wie es um den Humor der GewerkschafterInnen bestellt ist.
weiterlesen …

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …

Das än­dert sich 2018 für Ar­beit­neh­mer und Ver­si­cher­te
Colourbox.de
Am 1. Januar 2018 treten neue Gesetze und Regelungen in Kraft. Unter anderem beim Mutterschutz und in der betrieblichen Altersversorgung. Was ändert sich noch für Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer und Versicherte? Eine Übersicht.
weiterlesen …

Themenverwandte Beiträge

Artikel
"Das BAföG sollte schnellstens erhöht werden"
Immer weniger Schüler und Studenten erhalten BAföG, im letzten Jahr ging die Zahl um weitere 5,5 Prozent zurück. Das zementiere die soziale Spaltung, kritisiert DGB-Vize Elke Hannack - und fordert die Bundesregierung auf, diese Fehlentwicklung zu stoppen. „Um das BAföG zukunftsfest und zu einem Instrument des sozialen Ausgleichs zu machen, müssen die Förder- und Freibeträge angepasst werden.“ weiterlesen …
Artikel
"Das BAföG darf nicht ausbluten"
Auch nach der Erhöhung im letzen Jahr reichen die BAföG-Sätze längst nicht aus, um die tatsächlichen Kosten der Studierenden zu decken. "Es ist höchste Zeit, das Gesetz um einen Inflationsausgleich zu ergänzen, damit Bedarfssätze und Freibeträge regelmäßig steigen", fordert DGB-Vize Elke Hannack. weiterlesen …
Artikel
"Letzte BAföG-Erhöhung reicht nicht aus"
"Damit wir bei der Studienförderung wirklich einen guten Schritt vorankommen, muss das BAföG sofort erhöht werden – und zwar alle Fördersätze um 6,5 Prozent", fordert DGB-Vize Elke Hannack. weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten