Deutscher Gewerkschaftsbund

23.10.2017
Gastronomie

So hart geht TV-Starkoch Rosin mit der eigenen Branche ins Gericht

"Branche teilweise mit Sklaventum aufgebaut worden"

Millionen Menschen kennen Starkoch Frank Rosin aus TV-Sendungen wie "Rosins Restaurant" oder "Hell's Kitchen". Jetzt geht der TV-Star hart mit der Gastronomie-Branche ins Gericht – und verteidigt Mindestlohn und faire Arbeitszeiten.

Frank Rosin: "In den letzten 40-50 Jahren ist die Branche teilweise mit Sklaventum aufgebaut worden."

In seiner TV-Sendung "Rosins Restaurant" hilft Sternekoch Frank Rosin Pleite-Restaurants wieder auf die Erfolgsspur. Dass er dabei gegenüber den Restaurant-Betreibern immer wieder sehr deutliche Worte findet, macht den Erfolg seiner Sendung aus.

"Perfide Ausrede der Branche"

Jetzt hat Rosin erneut sehr deutliche Worte gefunden: diesmal gegen die eigene Branche. Auf Facebook kommentierte Rosin einen Artikel über die Auseinandersetzung zwischen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und dem Arbeitgeberverband Dehoga. Rosin - selbst Restaurantbetreiber - ergriff dabei aber nicht Partei für die Arbeitgeberseite. Stattdessen machte er seinem Ärger über die Arbeitsbedingungen in der Gastronomie-Branche Luft.

Der Dehoga fordert immer wieder "flexiblere Arbeitszeiten" – auch über die Grenzen des heute gültigen Arbeitszeitgesetzes hinaus. "Sicher, flexible Arbeitszeiten sind gut. Ich habe dennoch die Sorge, dass die Branche das wieder ausnutzt", sagt Rosin. Der Arbeitgeberverband Dehoga begründet seine Forderung nach mehr "Flexibilität" mit Veranstaltungen wie Hochzeits- oder Geburtstagsfeiern, die man nicht einfach nach einer bestimmten Zeit abbrechen könne. "Die Geschichte mit Hochzeiten und Geburtstagen ist doch nur eine perfide Ausrede der Branche", machte Rosin jetzt in seinem Facebook-Post deutlich. "Wenn flexible Arbeitszeiten in der Gastronomie eingeführt werden sollen, z.B. 4 Tage 12 STD. am Tag, dann muss ja für den 5. Arbeitstag trotzdem ein extra Mitarbeiter eingestellt werden", erklärt Rosin. "Das ist eine Milchmädchenrechnung."

Rosin: "Höchste Zeit, dass Mindestlohn eingeführt wurde"

Doch nicht nur die Arbeitszeit nimmt Rosin in den Blick. Es sei, so der Starkoch auf Facebook, "höchste Zeit" gewesen, dass der Mindestlohn eingeführt wurde. "Die Unternehmer in der Branche müssen von Grund auf Ihre Kalkulationen richten um auf die neuen sozialen Bedingungen zu reagieren", fordert Rosin auf Facebook. "In den letzten 40-50 Jahren ist die Branche teilweise mit Sklaventum aufgebaut worden. Nur deshalb konnten die Gastronomen und Hoteliers Geld verdienen. Das ist hier und jetzt zu Ende."

Wir sagen: Respekt, Herr Rosin, für die deutlichen Wort!


Der komplette Facebook-Post von Frank Rosin:

Screenshot


Nach oben

Weitere Themen

Qui­z: Was weißt du über die Welt der Ar­beit?
Ilya Rumyantsev/fotolia.com
In welchem Jahr wurde in Deutschland am häufigsten gestreikt? Wohin wandern die meisten Inder aus, um Arbeit zu finden? Wie viele Arbeitsplätze in China könnten durch Roboter ersetzt werden? Und wie viele Beschäftigte in Deutschland arbeiten auch am Wochenende? Teste dein Wissen zur Arbeitswelt mit Grafiken aus dem "Atlas der Arbeit" von DGB und Hans-Böckler-Stiftung.
weiterlesen …

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …

Schluss mit Kür­zun­gen bei der Ren­te!
DGB/Simone M. Neumann
Bei der Rente vertrete der Deutsche Gewerkschaftsbund falsche Ideen, schrieb ZEIT-Redakteur Roman Pletter kürzlich. Doch er irrt, sagt DGB-Vorstand Annelie Buntenbach in ihrer Erwiderung.
weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten