Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen erklärt Anja Piel, DGB-Vorstandsmitglied:
"Den Kampf gegen Arbeitslosigkeit muss Bundeskanzler Merz sich unverzüglich zur Chefsache machen. Drei Millionen Menschen sind derzeit ohne Arbeit und ohne Perspektive, viel zu wenig Ausbildungsplätze für Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger schicken hunderttausende junge Menschen unter 25 Jahren ohne Berufsabschluss in die Abwärtsspirale. Gleichzeitig fehlen in vielen Branchen die Fachkräfte.
Die wirtschaftliche Schwäche haben weder kranke Beschäftigte eingebrockt, noch dass zu wenig gearbeitet wird. Die Krise am Arbeitsmarkt hat andere Gründe, nämlich fehlende Investitionen in Infrastruktur und Industrie, mangelnde Planungssicherheit für Unternehmen, für weniger Aufträge sorgen eine verstolperte Energiewende und die geopolitisch schwierige Lage.
Merz und sein Kabinett müssen an die Arbeit: Es ist höchste Zeit für eine echte Arbeitsmarktoffensive. Mit massiven Investitionen in gute Arbeitsplätze, einem Qualifizierungspakt für die Menschen und einem Jobturbo für die Jungen mit einer echten Ausbildungsgarantie.
Arbeitsagenturen und Jobcenter brauchen Geld und Personal, um Menschen weiterzubilden und in Jobs vermitteln zu können. Die Bundesagentur für Arbeit ist aber seit der Corona-Krise schwer angeschlagen, und die Bundesregierung hat kein passendes Rezept gegen das 'Long Covid' der Agentur: Rücklagen sind durch tausendfaches Kurzarbeitergeld aufgebraucht, Rückzahlungsverpflichtungen gegenüber dem Bund schwächen die Handlungsfähigkeit weiter. Die BA hat in allen Krisen zuverlässig für Millionen Menschen geliefert – mit knappen Kassen wird das auf Dauer nicht mehr zu schaffen sein. Deshalb muss die Koalition aus Krediten Zuschüsse machen!"