Mitbestimmung macht Betriebe frauenfreundlicher!

Internationaler Frauentag: DGB-Frauen rufen zur Beteiligung an den Betriebsratswahlen auf

Datum

Ordnungsnummer 7

„Mitbestimmen. Mitgestalten. MehrWert Gleichstellung.“ unter diesem Motto rufen die DGB-Frauen in der Region Köln-Bonn anlässlich des diesjährigen Internationalen Frauentages am 8. März zur Beteiligung an den Betriebsratswahlen auf. 
Janine Pollex, Vorsitzende der DGB-Frauen Köln erklärt: „Die Demokratie steht unter Druck – weltweit und hier bei uns. Wirtschaft und Gesellschaft sind im Umbruch. Die Arbeitswelt verändert sich in rasantem Tempo. Autokraten rund um den Globus treten die regelbasierte Ordnung mit Füßen. Das leistet der Spaltung unserer Gesellschaft Vorschub. Antifeminismus greift um sich – in Betrieben, Öffentlichkeit und politischen Debatten – und untergräbt Grundwerte wie Respekt und Vielfalt. Das Maß ist lange voll – es ist nicht mehr nur fünf vor zwölf, es ist bereits zehn nach zwölf. Wir brauchen Veränderung – jetzt.“

Janine Pollex weist auf die immer noch vorhandenen Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern hin und konstatiert: „Vor wenigen Tagen, am 27. Februar, war der diesjährige Equal Pay Day. Frauen verdienen immer noch 16 Prozent weniger als Männer, leisten unbezahlt den Großteil der Erziehung, Pflege- und Hausarbeit, stecken öfter in der Teilzeitfalle fest und stoßen an gläserne Decken, wenn es um Aufstiegschancen geht. Das ist kein Zufall, das ist immer noch Ausdruck struktureller Benachteiligung.“ Ihrer Ansicht nach können Betriebsrät*innen systematisch gegen diese Ungleichheit vorgehen. Daher machen die DGB-Frauen zum diesjährigen Internationalen Frauentag deutlich, dass betriebliche Mitbestimmung ein entscheidender Hebel ist, die Interessen von Arbeitnehmer*innen – besonders von Frauen – durchzusetzen.

„Starke Betriebsrät*innen bringen einen messbaren Mehrwert für alle“, sagt Kerstin Packert, die stellvertretende Vorsitzende der DGB-Frauen, selbst Betriebsrätin bei den Kölner Ford-Werken. Sie weist darauf hin, dass Polarisierung, Hass und antifeministische Hetze bedrohen, was Gewerkschaften mühsam erkämpft haben. „Auch in unseren Betrieben ist der Ton rauer geworden, Beschäftigte werden gegeneinander ausgespielt, die Angriffe auf unsere Errungenschaften nehmen zu. Dabei muss es dringend vorwärts gehen und nicht zurück. Mitbestimmung macht Betriebe frauenfreundlicher“, sagt Kerstin Packert.

Kernbotschaft
Betriebsrät*innen entscheiden mit über Arbeitszeit, Überstunden, Weiterbildungen, Einstellungen und die Gestaltung von Arbeitsplätzen. Damit sind Betriebsrät*innen Schlüsselakteure, die einen MehrWert für alle schaffen und Ungleichheit systematisch abbauen. 

Betriebsrät*innen machen Betriebe frauenfreundlicher: mehr Arbeitszeitsouveränität, mehr Chancen für Frauen, mehr Lohngerechtigkeit. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Betrieben mit Betriebsrat bieten häufiger flexible Arbeitszeiten für Eltern, bessere Aufstiegschancen für Frauen und zahlen höhere Löhne. Betriebsrät*innen machen den Unterschied – besonders für Beschäftigte, die Beruf und Familie vereinbaren müssen.

Aufruf zur Betriebsratswahl:
Von März bis Mai 2026 werden bundesweit Betriebsrät*innen gewählt. Wir rufen auf: Geht zur Wahl und wählt Kolleginnen und Kollegen, die Gleichstellung ernst nehmen. Ohne starke Betriebsrät*innen keine Mitbestimmung, ohne Mitbestimmung keine Gleichstellung!

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