Noch ein schlechter Tag für Meinungsvielfalt in der Kölner Region

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Ordnungsnummer 5

Ohne Vorankündigung erfuhren die rund 50 Redakteur*innen und Medienschaffenden der Kölnischen Rundschau in einer Betriebsversammlung, dass ihnen zu Ende März 2026 gekündigt wird. Wo letzte Woche noch fröhlich in den Redaktionsräumen der Rundschau mit Dreigestirn und viel Prominenz der Kölner Stadt- und Zivilgesellschaft Wieverfastelovend gefeiert wurde, flossen heute Tränen der Wut und des Entsetzens über die drastische Information: Die Kölnische Rundschau bleibt lediglich Hülle, gefüllt mit den Inhalten des DuMont-Konzerns und seiner Redaktionen.

„Die Kaltblütigkeit des Vorgehens erinnert fatal an die Schließung der Dumont-Druckerei und die Verweigerung eines Haustarifvertrages beim „Bundesanzeiger“. Besonders enttäuschend, dass der sich als christlicher Verleger verstehende Helmut Heinen sich kaltherzig aus der sozialen Verantwortung für seine Beschäftigten stiehlt“, erklärt Tjark Sauer, Geschäftsführer des ver.di Bezirk Köln-Bonn-Leverkusen.

„Das Mindeste wäre ein Übernahmeangebot an alle Beschäftigten durch den DuMont-Verlag und ein faires Abfindungsprogramm durch den Heinen-Verlag gewesen. Stattdessen heute finsterer Manchesterkapitalismus des 19. Jahrhunderts in Köln“, kritisiert der Kölner DGB Vorsitzende Witich Roßmann.

Judith Gövert, Geschäftsführerin des DGB Köln-Bonn ergänzt: „Die Vielfalt in der Kölner Presselandschaft schrumpft, eine eigenständige Stimme in der Kölner Region geht verloren. Ein harter Schlag für den gesamten Lokaljournalismus.“

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