Tarifverhandlungen für die Leiharbeit erneut vertagt

Datum

Ordnungsnummer PM 077

Die inzwischen zweite Verhandlungsrunde für einen neuen Tarifvertrag in der Leiharbeitsbranche ist gestern nach wenigen Stunden ergebnislos vertagt worden. Stefan Körzell, DGB-Vorstandsmitglied und Verhandlungsführer für die DGB-Tarifgemeinschaft, sagte am Donnerstag in Berlin: 

"Die Arbeitgeber haben kein neues Angebot vorgelegt und auch Verhandlungen über eine Inflationsprämie abgelehnt. Das war für uns inakzeptabel, deshalb haben wir die Verhandlungen heute unterbrochen. Wertschätzung sieht anders aus. Gerade den Arbeitgebern der Leiharbeit sollte klar sein, dass sie ihre Beschäftigten keinesfalls als Lückenbüßer bei der Arbeit und schon gar nicht beim Lohn behandeln dürfen. Wir fordern weiterhin deutliche Verbesserungen in den Lohngruppen 3 bis 9 sowie einen Inflationsausgleich für alle Beschäftigten. Jetzt ist es an den Arbeitgebern, ein neues, weit verbessertes Angebot auf den Tisch zu legen."

Zuvor hatten mehrere hundert Beschäftigte der Leiharbeitsbranche aus ganz Deutschland vor dem Verhandlungshotel für ordentliche Erhöhungen und einen Inflationsausgleich demonstriert. Die nächste Verhandlungsrunde findet Mitte Januar statt.

Die erste Verhandlungsrunde war am 24. November ohne Ergebnis vertagt worden. Die DGB-Tarifgemeinschaft fordert eine Erhöhung der Entgeltgruppen 3 bis 9 entsprechend einer bereits im Sommer vereinbarten Erhöhung der unteren drei Lohngruppen 1 bis 2b. Die Arbeitgeber hatten damals den Vorschlag der Gewerkschaften abgelehnt, alle Entgeltgruppen auf einen Schlag zu verhandeln. Nur deshalb wurden die zusätzlichen Verhandlungen notwendig.

 

Hintergrund:

Die Leiharbeit ist die einzige Branche, in der alle acht Mitgliedsgewerkschaften als DGB-Tarifgemeinschaft Leiharbeit Tarifverhandlungen führen. Für die Arbeitgeberseite verhandeln der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e.V. (BAP) sowie der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V. (iGZ). Die Tarifverträge betreffen bundesweit rund 98 Prozent der über 800.000 Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter in Deutschland.

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