Erster ganztägiger Warnstreik in der Geschichte der dpa

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Die Gewerkschaft ver.di hat die rund 800 Beschäftigten der Deutschen Presse Agentur (dpa) für heute, Freitag, den 20. März 2026, zum ganztägigen Streik aufgerufen. Der Streik begann bereits um Mitternacht und dauert bis 24 Uhr. Bestreikt werden die Deutsche Presse Agentur, ihre Landesbüros, der Berliner Newsroom sowie Tochtergesellschaften wie die dpa infocom. Mit dieser Maßnahme wollen die Beschäftigten Bewegung in die festgefahrenen Tarifverhandlungen zwischen ver.di, dem DJV und der dpa-Geschäftsführung bringen.

Historischer Arbeitskampf bei der Nachrichtenagentur

Der heutige Streiktag ist historisch. Es ist die erste ganztägige Arbeitsniederlegung in der Geschichte der dpa-Nachrichtenagentur. Zuvor gab es 2019 lediglich eine kurzzeitige Arbeitsniederlegung für 2 Stunden. "Die dpa-Beschäftigten versorgen deutsche Medien rund um die Uhr und unter enormem Hochdruck mit hochwertigen und zuverlässigen Nachrichtenprodukten. Das sehen sie vom Arbeitgeber nicht ausreichend anerkannt", erklärt ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel.

Sorge um Kaufkraft und Abwanderung

Der Streik ist auch Ausdruck der Sorge der Beschäftigten um die gesunkene Kaufkraft durch die Inflation, um gestiegene Lebenshaltungskosten und um die zunehmende Abwanderung vieler Kolleginnen und Kollegen aus der Nachrichtenagentur. "Es ist mutig, in der zentralen Nachrichtenquelle des Landes einen ganzen Tag lang die Arbeit niederzulegen. Das muss sich in einem starken Tarifergebnis auszahlen. Es braucht daher mehr als das bisher angebotene Lohnplus und es braucht eine kürzere Laufzeit", so von Fintel.

Positionen in den Tarifverhandlungen liegen weit auseinander

Die Gewerkschaftsforderung sieht eine Erhöhung der Gehälter um einen monatlichen Festbetrag von 250 Euro für 2026 und für 2027 eine Erhöhung um 2,5 Prozent mit einer Laufzeit von 18 Monaten vor. Das letzte Angebot der dpa-Geschäftsführung aus der 2. Verhandlungsrunde sah für das Jahr 2026 eine prozentuale Erhöhung um 2,3 Prozent oder alternativ eine Erhöhung der Gehälter einheitlich um 110 Euro und für das Jahr 2027 eine Erhöhung um 2,5 Prozent vor. In 2 folgenden Tarifverhandlungsrunden, zuletzt am 17. März, hatte die dpa keine weitergehenden Angebote gemacht.

Nächste Verhandlungsrunde am 27. März

Die 5. Tarifverhandlungsrunde findet am Freitag, dem 27. März in Berlin statt.

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