Die Gewerkschaft ver.di hat ihre Warnstreiks im kommunalen Nahverkehr wieder aufgenommen. Nach der 4. erfolglosen Verhandlungsrunde vor 2 Wochen soll erneut Druck auf die Arbeitgeber ausgeübt werden. Die Aktionen laufen diese Woche an verschiedenen Standorten in Bayern.
Augsburg, Nürnberg und Landshut betroffen
Heute müssen Fahrgäste in Augsburg mit massiven Einschränkungen rechnen. Der Fahrdienst wurde zum Streik aufgerufen. Busse und Straßenbahnen werden voraussichtlich stillstehen. Morgen folgen Nürnberg und Landshut. In Nürnberg sind ganztägig Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen bestreikt. Die S-Bahnen fahren weiterhin, da für sie ein anderer Tarifvertrag gilt. Ver.di hat angekündigt, im Laufe der Woche weitere Kommunen zu bestreiken.
München weitgehend verschont
In München verzichtet die Gewerkschaft vorerst auf Streiks im Fahrdienst. Als Grund nennt die Gewerkschaft die laufende Sperrung der S-Bahn-Stammstrecke. Man wolle den Nahverkehr nicht vollständig blockieren. Allerdings wurden andere Bereiche wie Verwaltung und Werkstätten zum Streik aufgerufen. Für Fahrgäste bleibt der Betrieb durch eine Notdienstvereinbarung weitgehend gesichert.
Positionen bleiben weit auseinander
Beide Seiten hatten sich zuletzt bewegt, aber eine Einigung ist nicht in Sicht. Die Arbeitgeber bieten ein Lohnplus von mehr als 9 Prozent und eine Arbeitszeitverkürzung auf 37,5 Stunden ab Juli 2029. Ver.di fordert dagegen 550 Euro mehr Lohn für 2 Jahre und eine schnellere Einführung der 35-Stunden-Woche. Der Kommunale Arbeitgeberverband kritisiert die Streiks als unangemessen. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 15. April in Nürnberg statt. Betroffen sind rund 9.000 Beschäftigte in 20 bayerischen Kommunen.