Tarifverhandlungen im Großhandel Berlin und Brandenburg gestartet

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Klares Votum der Beschäftigten für höhere Löhne

Die ver.di-Tarifkommissionen Großhandel haben heute ihre Tarifforderungen für Berlin und Brandenburg beschlossen. Eine Befragung unter den Beschäftigten im Großhandel ergab ein eindeutiges Ergebnis. 99 Prozent der befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer halten steigende Löhne für dringend notwendig.

Forderungen der Gewerkschaft im Überblick

Die Gewerkschaft fordert für die rund 53.000 Großhandels-Beschäftigten in der Region eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 220 Euro pro Monat. Die Tarifverträge sollen eine Laufzeit von 12 Monaten haben. Für Auszubildende wird eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 200 Euro gefordert.

Gestiegene Lebensmittelpreise belasten die Beschäftigten

Franziska Foullong, ver.di stellvertretende Landesfachbereichsleiterin Handel Berlin-Brandenburg und Verhandlungsführerin, begründet die Forderungen mit der anhaltenden Teuerung. Die Beschäftigten leiden weiterhin unter den stark gestiegenen Preisen. Vor allem Lebensmittel sind erneut teurer geworden. Im Vergleich zu 2019 sind die Preise für Lebensmittel um 40 Prozent gestiegen.

Faire Entlohnung für harte körperliche Arbeit gefordert

Es ist dringend nötig, dass die Beschäftigten im Großhandel eine Lohnerhöhung erhalten. Die täglich geleistete, harte körperliche Arbeit muss fair entlohnt werden. In Zeiten, in denen unter anderem der Lebensmittelhandel und der Pharmahandel erneut steigende Umsätze und Gewinne verzeichnen, müssen die Beschäftigten entsprechend beteiligt werden.

Altersarmut verhindern durch höhere Löhne

Auch mit Blick auf die Rente sind steigende Löhne dringend erforderlich. Ein Kommissionierer erreicht nach 45 Beschäftigungsjahren gerade einmal 1.400 Euro Brutto-Rente. Das ist deutlich zu niedrig. Die Arbeitgeber schicken ihre Beschäftigten in die Altersarmut. Einmalzahlungen sind daher nicht gefragt. Tariferhöhungen müssen sich auf die Rente auswirken.

Bessere Ausbildungsvergütungen für eigenständiges Leben

Die jungen Menschen, die eine Ausbildung im Großhandel machen, müssen in der Lage sein, ein unabhängiges Leben zu führen. Daher ist eine entsprechende Erhöhung der Ausbildungsvergütungen nötig, betont Franziska Foullong.

Verhandlungen sollen bereits im April beginnen

Die Gewerkschaft ver.di Berlin-Brandenburg verhandelt für die rund 33.000 Beschäftigten im Berliner und die 20.000 Beschäftigten im Brandenburger Großhandel. Die ver.di-Tarifkommissionen schlagen erste Verhandlungen bereits im April vor. Die Friedenspflicht endet am 1. Mai. Die geforderte Lohnerhöhung entspricht 7 Prozent für die Entgeltstufe nach der abgeschlossenen Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau beziehungsweise zum Groß- und Außenhandelskaufmann.

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