Tarifverhandlungen in der Textilindustrie Ost gescheitert

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Am 24. März 2026 endete die 2. Tarifverhandlungsrunde in der Textilindustrie Ost ohne Ergebnis. Das 1.  Angebot der Arbeitgeber stieß bei den Gewerkschaftsvertretern auf massive Kritik. Erst ab Oktober 2027 soll es demnach eine Festgelderhöhung für alle Beschäftigten geben. Bis dahin sollen lediglich die Entgeltgruppen 1 und 2 an den Mindestlohn angepasst werden. Zudem plant die Arbeitgeberseite, den Tarifvertrag zur Altersteilzeit auslaufen zu lassen.

“Dieses so genannte Angebot ist angesichts massiv steigender Preise eine Frechheit”, kritisiert IG Metall Verhandlungsführerin Eileen Müller. Auch Heike Meyer, Betriebsrätin bei Adient Zwickau und Mitglied der Tarifkommission, findet deutliche Worte: “So ein freches Angebot gab es noch nie. Das provoziert Widerstand und die Belegschaften sind bereit für eine entsprechende Antwort.”

Beschäftigte brauchen mehr Geld

Die Beschäftigten der Branche haben klare Erwartungen an die Tarifrunde 2026. Sie fordern 5 Prozent mehr Geld, mindestens jedoch 150 Euro. Außerdem verlangen sie eine überproportionale Erhöhung für Auszubildende und die Verlängerung der tariflichen Altersteilzeit. Die Laufzeit soll 12 Monate betragen.

Eine Befragung der IG Metall unter den Beschäftigten zeigt, wie notwendig und angemessen diese Forderungen sind. Das Ergebnis fällt eindeutig aus. Die Beschäftigten benötigen auch aufgrund der Preissteigerungen der letzten Jahre eine spürbare Verbesserung ihrer Einkommen.

Die Forderung nach einem Mindestbetrag von 150 Euro soll dabei sicherstellen, dass gerade die unteren Entgeltgruppen eine überdurchschnittliche Entlastung erhalten. Denn sie spüren die gestiegenen Lebenshaltungskosten besonders deutlich. Auch für die Auszubildenden soll die Vergütung überproportional steigen. Im Wettbewerb um den dringend benötigten Nachwuchs soll so die Branche nicht weiter zurückfallen. Für die Kolleginnen und Kollegen, die sich dem Übergang in den Ruhestand nähern, ist eine Fortführung der tariflichen Altersteilzeit unerlässlich. Fast 100 Prozent der Befragten haben sie für unverzichtbar erklärt.

Wechselbereitschaft in der Branche alarmierend hoch

Die Befragung der Beschäftigten zeigt außerdem ein deutliches Bild zur Wechselbereitschaft in der Branche. Für weniger als ein Drittel der Beschäftigten ist ein Jobwechsel kein Thema. Die große Mehrheit denkt aber zumindest darüber nach, den Arbeitgeber oder sogar die Branche zu verlassen. “Das ist ein ernstes Signal für die Textilindustrie Ost. Wenn die Betriebe ihre Beschäftigten halten wollen, müssen sie jetzt liefern mit fairen Einkommen und klaren Perspektiven”, bekräftigt Müller.

Tarifbotschafter informieren in den Betrieben

In den Betrieben haben sich Beschäftigte als Tarifbotschafter*innen bereit erklärt, ihre Kolleg*innen während der gesamten Tarifbewegung eng zu begleiten. Sie halten sie über den Stand der Verhandlungen auf dem Laufenden, erklären die nächsten Schritte und spiegeln gleichzeitig die Stimmung aus den Belegschaften zurück an die Tarifkommission.

Warnstreiks ab 1. April möglich

Der nächste Verhandlungstermin ist am 14. April 2026. Die Friedenspflicht endet am 31. März. Ab dem 1. April 2026 sind Warnstreiks möglich.

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