Die Gewerkschaft ver.di und die Lufthansa Group haben sich nach 4 Verhandlungsrunden auf ein umfangreiches Tarifergebnis für mehr als 20.000 Bodenbeschäftigte geeinigt. Das Ergebnis steht noch unter dem Vorbehalt einer ver.di Mitgliederbefragung, die in Kürze beginnt.
Grundgehälter steigen um 4,65 Prozent
Laut der Einigung werden die Grundgehälter des Bodenpersonals in 2 Schritten um insgesamt 4,65 Prozent angehoben. Rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 erfolgt eine Erhöhung um 2,2 Prozent. Bei der Deutsche Lufthansa AG gilt diese Erhöhung ab dem 1. Januar 2027. Ab dem 1. März 2027 folgt eine weitere Steigerung um 2,4 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen steigen ebenfalls in 2 Schritten um insgesamt 100 Euro.
Technische Berufe werden aufgewertet
Die Tarifpartner haben eine finanzielle Aufwertung der technischen Berufsbilder vereinbart. Diese führt zu einem zusätzlichen Einkommenszuwachs von bis zu 5 Prozent. Untere Einkommen in der Lufthansa Cargo sowie der Lufthansa Technik Logistik Services werden über einen Sockelbetrag beziehungsweise eine Zulage überproportional angehoben. Zudem werden weitere Zulagen eingeführt.
Zusätzliche freie Tage für ver.di Mitglieder
ver.di Mitglieder erhalten während der Laufzeit des Tarifvertrages 3 zusätzliche freie Tage. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages beträgt 26 Monate bis Ende Februar 2028.
Ausgliederungsschutz für 8 Jahre
Für ver.di war es ein zentrales Anliegen, die Ausgliederung des Lufthansa Personals aus der Passagier- und Flugzeugabfertigung in günstiger tarifierte Firmen zu verhindern. Dies ist durch einen umfangreichen 8-jährigen Ausgliederungsschutz gelungen.
Sicherheit in unsicheren Zeiten
“Dieses Tarifergebnis schafft Sicherheit in unsicheren Zeiten”, sagte ver.di Verhandlungsführer Marvin Reschinsky am Freitag. "Die Beschäftigten haben künftig im Durchschnitt gut 220 Euro monatlich mehr in der Tasche. Zugleich ist die in den letzten Monaten oft diskutierte Ausgliederung, die wie eine Drohung über den Bodenbeschäftigten schwebte, nun für lange Zeit ausgeschlossen. Unterm Strich ist das ein gutes Ergebnis, das so aber nur durch den enormen Rückhalt in der Belegschaft durchsetzbar war."
Betroffene Konzerngesellschaften
Zum Lufthansa Bodenpersonal zählen Beschäftigte aus rund 20 Konzerngesellschaften beim Check-In, in der Passagierbetreuung, bei der Flugzeugwartung und Technik, bei der Fracht und Logistik sowie in der Administration. Betroffen sind Gesellschaften wie die Deutsche Lufthansa AG, die Lufthansa Technik AG, Lufthansa Cargo AG, Lufthansa Technik Logistik Services, Lufthansa Engineering Operational Services und Lufthansa Systems.