Am 1. April 2026 sind die Mitarbeiter*inner des Mineralwasser-Herstellers MEG in Leißling und Jessen sowie der Großbäckerei Bonback in Halle in den Streik getreten. Nach Angaben der Gewerkschaft NGG dauerte der Ausstand in Leißling und Jessen bis Freitagfrüh an. In Halle endete der Streik bereits am Donnerstagnachmittag.
Gleiches Geld für gleiche Arbeit gefordert
Die 3 Unternehmen gehören zur Schwarz-Gruppe und produzieren Getränke und Backwaren für Lidl und Kaufland. Die Streikenden fordern dieselben Löhne wie ihre Kolleg*innen in Westdeutschland. Laut NGG erhalten sie für dieselbe Arbeit monatlich mehrere hundert bis über tausend Euro weniger.
Arbeitgeber scheitert vor Gericht
Der Arbeitgeberverband der Ernährungswirtschaft hatte am Mittwochmittag vor dem Arbeitsgericht in Halle rechtliche Schritte gegen den Streik eingelegt. Das Gericht wies den Antrag am Mittwochabend in allen Punkten zurück. Das Unternehmen behält sich eine Berufung vor. Die NGG hatte das Vorgehen zuvor als beschämend bezeichnet.
Schwarz-Gruppe strebt nachhaltige Lösung an
Die zur Schwarz-Gruppe gehörende Schwarz Produktion teilte mit, man äußere sich nicht zu Details der laufenden Verhandlungen oder Streikmaßnahmen. Insgesamt strebe man eine nachhaltige Entgeltanpassung an, die sich an der aktuellen wirtschaftlichen Realität orientiere. Ein Sprecher betonte, die Gerichtsanträge hätten nicht das Ziel gehabt, die Streiks einzuschränken. Es sei vielmehr um die rechtliche Absicherung einer Notdienstvereinbarung für den Betrieb eines Klärwerks in Leißling gegangen.