Deutscher Gewerkschaftsbund

27.06.2016
Löhne und Beschäftigung

Die große Deutschland-Karte: Der Mindestlohn wirkt

Der gesetzliche Mindestlohn wirkt: In allen Bundesländern sind die Löhne der untersten Einkommensgruppe in diversen Branchen deutlich gestiegen. Auch ein "Jobkiller" ist der Mindestlohn mitnichten. Im Gegenteil: Deutschlandweit hat die Beschäftigung in Branchen zugenommen, in denen der Mindestlohn für ein Lohnplus sorgte. Unsere große Datenkarte für alle Bundesländer.

Kellner mit wenig Geld auf dem Teller

DGB/Simone M. Neumann

Löhne: Osten profitiert besonders, doch auch im Westen deutliche Zuwächse

Gerade im Osten Deutschlands sind die Löhne der untersten Einkommensgruppe in den "typischen" Mindestlohn-Branchen innerhalb eines Jahres seit Start des gesetzlichen Mindestlohns oft um zweistellige Prozentsätze gestiegen: Bei den Post-, Kurier- und Expressdiensten in Thüringen um 27,5 Prozent, im Gastgewerbe in Sachsen um 20,1 Prozent, bei den Wach- und Sicherheitsdiensten in Sachen-Anhalt um 18,1 Prozent – um nur einige Beispiele zu nennen.

Doch auch im Westen haben die Einkommen am unteren Ende der Einkommensskala in vielen Branchen deutlich über dem Schnitt der Gesamtwirtschaft zugelegt: Beim Spiel-, Wett- und Lotteriewesen in Niedersachsen um 23,7 Prozent, im Saarland um 15,1 Prozent und in Bayern um 11,7 Prozent. Ähnlich gut sieht es im Gesundheits- und Sozialwesen aus: In Baden-Württemberg gab es dort einen Lohnzuwachs von 7,1 Prozent, in Bremen sogar von 8,8 Prozent.

Die Karte zeigt mit einem Klick auf ein Bundesland die Zunahme der Löhne der Un- und Angelernten sowie die Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung seit dem Start des gesetzlichen Mindestlohns Anfang 2015 in ausgewählten Branchen.

Leider kann Ihr Browser die Karte nicht anzeigen, bitte aktualisieren Sie auf mindestens Internet Explorer 9.

Quellen: Statistische Landesämter, Bundesagentur für Arbeit

Beschäftigunsgzuwachs in den Mindestlohn-Branchen: "Jobkiller-Argumente" widerlegt

In "typischen" Mindestlohn-Branchen wie dem Gastgewerbe, "Verkehr und Lagerei", "Information und Kommunikation", "Heime und Sozialwesen" oder den "Sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen" (u.a. Call-Center sowie Wach- und Sicherheitsdienste) ist die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse 2015 im Vergleich zum Vorjahr in allen Bundesländern gestiegen – teilweise deutlich: 8,0 Prozent waren es bei "Heimen und Sozialwesen" in Hamburg,  8,6 Prozent bei den "Sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen" im Saarland, im Berliner Gastgewerbe sogar 9,5 Prozent.


Nach oben

Weitere Themen

Der DGB-Zu­kunfts­dia­log
Text: "Reden wir über..." Der Zukunftsdialog; davor stilisierte Satzzeichen (Fragezeichen, Ausrufezeichen, ...)
DGB
Mit dem DGB-Zukunftsdialog starten der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften einen breiten gesellschaftlichen Dialog. Wir fragen, was die Menschen in Deutschland bewegt, sammeln ihre Antworten und entwickeln daraus Impulse für eine gerechtere Politik in Deutschland.
weiterlesen …

Jetzt un­ter­schrei­ben: Be­zahl­ba­res Woh­nen für al­le!
Kleines und großes Haus jeweils mit kleinem und großem Münzstapel
DGB/Anna Grigorjeva/123RF.com
Wohnen ist ein Menschenrecht und keine Handelsware - doch inzwischen können sich breite Schichten der Bevölkerung das Dach über dem Kopf kaum noch leisten. Mit der Europäischen Bürgerinitiative "Housing for all" fordern wir die EU auf, die Rahmenbedingungen für bezahlbares Wohnen zu verbessern. Geben auch Sie Ihre Stimme ab!
zur Webseite …

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …

Zuletzt besuchte Seiten