Deutscher Gewerkschaftsbund

22.10.2010

DGB will Ausbildungspakt für alle Jugendlichen

Drei Fragen an ...

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt ist trotz Ausbildungspakt noch immer angespannt: 1,5 Millionen junge Menschen haben keine abgeschlossene Ausbildung. Der DGB hat sich für eine Beteiligung am Ausbildungspakt eine Messlatte gesetzt: Alle Jugendlichen sollen die Chance auf eine reguläre Ausbildung erhalten. Drei Fragen an Ingrid Sehrbrock.

DGB-Vizin Ingrid Sehrbrock

DGB/Simone M. Neumann

Ingrid Sehrbrock ist stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes und zuständig für Beamte und Öffentlicher Dienst, Frauen, Gleichstellungs- und Familienpolitik, Jugend und Jugendpolitik sowie
Bildungspolitik und Bildungsarbeit.

Wie ist die Situatuion in Sachen Ausbildungspakt?

Ingrid Sehrbrock: Die Gewerkschaften kritisieren den Ausbildungspakt aus gutem Grund. Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt ist trotz des Paktes noch immer angespannt: 1,5 Millionen junge Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren haben immer noch keine abgeschlossene Ausbildung.

Wie geht es jetzt weiter?

Wir haben uns entschieden, die Einladung der Regierung zur Beteiligung am Pakt im Interesse besserer Chancen für junge Menschen ernsthaft zu prüfen. Der jetzt vorliegende Stand reicht aber nicht aus.

Was will der DGB erreichen?

Für eine mögliche Beteiligung haben wir uns eine Messlatte gesetzt: Wir wollen, dass möglichst alle Jugendlichen die Chance auf eine reguläre Ausbildung erhalten. Sie brauchen eine gute Ausbildung unter guten Bedingungen, die ihnen das nötige Rüstzeug für den Arbeitsmarkt der Zukunft mitgibt. Über eine Teilnahme der Gewerkschaften am Ausbildungspakt werden wir im Lichte der Gesprächsergebnisse der nächsten Tage eine Entscheidung treffen.

Beschluss des DGB-Bundesvorstands zum Ausbildungspakt vom 21.10.2010 (Auszug)

Der DGB Bundesvorstand sieht in dem vorliegenden Entwurf einer Vereinbarung für einen "Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs" keine ausreichende Grundlage. Sollen die Gewerkschaften im Ausbildungspakt mitarbeiten, erwartet der DGB zumindest folgende Änderungen:

 

  • Neue zweijährige Berufsausbildungen können nur im Konsens der Sozialpartner beschlossen werden.
  • Es muss eine ehrliche Ausbildungsbilanz geben. Dazu zählt ein differenzierter Blick auf die Jugendlichen in Warteschleifen und Maßnahmen (erweiterte Angebots- Nachfrage-Relation, Übergangssystem, Altbewerber/innen). Diese Punkte müssen gleichwertiger Bestandteil der gesamten Pakt-Bilanz sein.
  • Die Bundesregierung muss sich klar zum Jugendarbeitsschutz auf heutigem Niveau bekennen. Dies betrifft insbesondere einen Verzicht auf die Ausweitung der zulässigen Beschäftigungszeit von Jugendlichen. Auch beim Gesundheitsschutz, den Ruhezeiten sowie dem Beschäftigungsverbot am Wochenende darf es keine Abstriche geben.
  • Mindestvoraussetzung muss sein, dass die Zielgrößen der Wirtschaft für die Einwerbung neuer Ausbildungsplätze, Ausbildungsbetriebe und Einstiegsqualifizierungen aus der Pakt-Vereinbarung 2007 nicht unterschritten werden.
  • Die veränderte Ausrichtung des Paktes soll sich auch im Namen widerspiegeln.
Hintergrund zum Beschluss des DGB (PDF, 20 kB)

Der vorliegende Entwurf für einen Ausbildungspakt ist keine ausreichende Grundlage für eine Beteiligung der Gewerkschaften. Damit sich die Lage der jungen Menschen auf dem Ausbildungsstellenmarkt tatsächlich verbessert, hat der DGB fünf Änderungen für den Pakt eingebracht.


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