Deutscher Gewerkschaftsbund

31.10.2016
Europäischer Gewerkschaftsbund (EGB)

Europa: Gewerkschaften fordern echte Garantien für die Jugend

Jugendlicher

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2013 versprach die EU mit ihrer "Jugendgarantie", die Jugendarbeitslosigkeit in Europa zu bekämpfen. Aus Sicht der Jugendorganisation des Europäischen Gewerkschaftsbundes (ETUC Youth / EGB-Jugend) sind die bisherigen Ergebnisse aber enttäuschend. Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) fordert deshalb jetzt eine "echte Jugendgarantie", die ihren Namen auch verdient. Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann schließt sich der Forderung an.

DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann / Jugendgarantie / EGB / ETUC Youth

Auch der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann fordert im Rahmen der EGB-Aktion: "Eine echte Jugendgarantie jetzt!" EGB

Teilweise jeder zweite Jugendliche arbeitslos

 

Nicht länger als vier Monate arbeitslos – was sollte die "Jugendgarantie" bringen?

Mit der Jugendgarantie machte die EU 2013 das Versprechen, dass jeder junge Mensch spätestens vier Monate nach dem Abschluss der Ausbildung oder vier Monate, nachdem er oder sie arbeitslos geworden ist, ein Angebot für eine berufliche Perspektive erhalten soll. Konkret heißt es bei der EU-Kommission:

"Die Jugendgarantie ist ein neues Konzept zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Ihr Ziel ist, dass alle jungen Menschen unter 25 Jahren – ob beim Arbeitsamt gemeldet oder nicht – innerhalb von vier Monaten nach Abschluss ihrer Ausbildung oder nachdem sie arbeitslos geworden sind, ein konkretes und qualitativ hochwertiges Angebot erhalten."

"Der EGB hat die Jugendgarantie immer unterstützt", erklärt Tom Vrijens, Präsident der EGB-Jugend. "Aber die Ergebnisse sind bisher enttäuschend." Weiterhin verharre die Arbeitslosenquote unter jungen Menschen EU-weit bei rund 19 Prozent, in einigen Ländern sogar bei bis zu 50 Prozent.

Der EGB fordert deshalb:

  • Die EU und die Mitgliedsstaaten müssen Qualitätskriterien für Jobs und Trainings definieren, die Jugendlichen im Zuge der Jugendgarantie angeboten werden. Außerdem müssen sie die nationalen Arbeitsvermittlungen dabei unterstützen, die Jugendgarantie auch tatsächlich umzusetzen.
  • Die Sozialpartner (Gewerkschaften und Arbeitgeber), die Zivilgesellschaft und die jungen Menschen selbst müssen stärker in die Gestaltung der Jugendgarantie-Angebote eingebunden werden.
  • Mehr finanzielle Mittel – derzeit sind bis 2020 zwei Milliarden Euro bereitgestellt. Die Internationale Arbeitsorganisation ILO schätzt allerdings, dass 21 Milliarden Euro benötigt würden – und zwar nicht bis 2020, sondern pro Jahr!

LINK

Pressemitteilung des EGB zur Jugendgarantie (Englisch)


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