DGB kritisiert Junge Union: Rentenvorschlag spaltet Generationen statt Solidarität zu stärken

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Zum Antrag zur Rente der Jungen Union für den CDU-Parteitag hier ein Statement von Anja Piel, DGB-Vorstandsmitglied:

"Was anderes will die Junge Union mit ihrem Antrag, als unsere Gesellschaft auseinander zu treiben? Erst hetzen sie jung und alt gegeneinander auf, dann Menschen mit gegen Menschen ohne Kinder. Wohlstand im Alter an die Zahl der Kinder zu koppeln führt direkt zurück ins Mittelalter, als Alte nur überlebten, wenn ihre Kinder sie durchbringen konnten. Der große Vorteil der solidarischen Sozialversicherungen ist aber, dass niemand alt, krank, pflegebedürftig oder arbeitslos in Not endet. Stattdessen sichern wir alle uns gegenseitig gegen die Risiken des Lebens ab. 

Wer tatsächlich eine Gesellschaft mit mehr Kindern will, sorgt für bessere Kindergärten und bezahlbare Pflege. Dazu gehört auch, dass mehr Männer sich die Sorgearbeit gerechter mit Frauen teilen und dass Alleinerziehende bessere Chancen auf gute Arbeit bekommen. Individuelle Lebenslagen von Menschen mit höheren Beiträgen zu bestrafen, ist der falsche Weg. 

Raum für mehr Gerechtigkeit im System gibt es stattdessen reichlich. Statt weiter zu spalten könnte die Junge Union mehr Mut beweisen und beispielsweise vorschlagen, Abgeordnete, Mitglieder der Versorgungswerke und alle Selbständigen in die gesetzliche Rentenversicherung zu holen."

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