Der 1. Mai steht im Zeichen der Krisen: Kriege, Energiekrise, Inflationskrise. Wichtig wären jetzt Verlässlichkeit und eine Politik, die das Gefühl von Stabilität und Sicherheit gibt. Leider passiert genau das Gegenteil: Im Arbeitgeberlager melden sich immer lauter Marktradikale zu Wort. Und die Politik legt Vorschläge auf den Tisch, die den Beschäftigten Sorgen machen.
Die DGB-Gewerkschaften in Bonn nehmen das nicht hin. Rainer Bohnet, stellvertretender Vorsitzender des DGB Bonn/Rhein-Sieg erklärt: „Der 1. Mai wird kämpferisch, wir nehmen nicht hin, dass unser soziales Sicherungsnetz, der Sozialstaat, angegriffen wird. Wir sehen vor Ort, wie sich Ein-schnitte direkt auswirken und fordern auch die Stadt Bonn auf, die Ausgaben für Soziales nicht zu kürzen. Denn hier in der Stadt erleben Bürger*innen ob ein Staat handlungsfähig ist oder eben nicht. Demokratie fängt vor Ort an, dass ausgerechnet jetzt die Bundesregierung bei Demokratieförderprojekten kürzen will, ist das falsche Signal. Wir formulieren am 1. Mai unsere Visionen für eine humane, friedliche Welt und kämpfen auch danach weiter für eine starke, soziale Infrastruktur.“
Steffi Büttgen, Vorsitzende des DGB Bonn/Rhein-Sieg ergänzt: „Die Angriffe durch die Regierung und Arbeitgeber auf hart erkämpfte Rechte wie den 8-Stunden-Tag und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall werden wir nicht hinnehmen. Eines ist klar: Die Beschäftigten sind nicht das Problem, sie sind die Lösung. Sie halten den Laden am Laufen und sichern den Wohlstand des Landes. Gute Arbeit und sichere Arbeitsplätze müssen Vorrang haben vor kurzfristigen Renditeinteressen und Profitmaximierung. Das werden wir auch auf der Mai-Bühne deutlich machen! Nach den aberwitzigen Vorschlägen der CDU zur Abschaffung des 1. Mai als Feiertag sagen wir laut und deutlich: Jetzt erst recht!“
Der DGB Bonn/Rhein-Sieg freut sich, viele Betriebsräte wie beispielsweise Till Rohloff, UKB-Catering, auf der Bühne begrüßen zu dürfen. Es moderiert Maurice Graf, ver.di Gewerkschaftssekretär. Die ver.di Jugend wird mit einer kämpferischen Rede die Sorgen der jungen Beschäftigten auf die Bühne bringen. Oberbürgermeister Guido Déus wird ein Grußwort sprechen. Außerdem treten Nessi Tausendschön feat. William Mackenzie und die Band „BrassGazz“ auf der Mai-Bühne auf. Auf dem Marktplatz wird es auch ein Angebot für Kinder geben.
Veranstaltungsbeginn: 11 Uhr Demonstration DGB-Haus, 12 Uhr Kundgebung und Fest auf dem Marktplatz