„Es steht viel auf dem Spiel aktuell“ - Mai-Empfang des DGB Rhein-Erft

Datum

Ordnungsnummer 13

Anlässlich des Tages der Arbeit lud der DGB-Kreisverband Rhein-Erft gestern in den Clubraum des Frechener Stadtsaals ein. Thomas Nienhaus, Vorsitzender des DGB Rhein-Erft begrüßte die Gäste zum Mai-Empfang.
Frechens Bürgermeister Uwe Tietz wertschätzte in einem Grußwort die Beschäftigten und ihren wichtigen Beitrag zum Gelingen der Stadt. Tietz erklärte: „Wirtschaftlicher Erfolg darf kein Selbstzweck sein. Er muss den Menschen dienen. Das heißt auch: Wir brauchen klare Regeln. Gute Arbeit entsteht nicht von allein. Sie braucht Tarifbindung, starke Mitbestimmung und verlässliche Rahmenbedingungen. Gleichzeitig sage ich auch: Wir brauchen eine starke Wirtschaft. Aber eine, die Verantwortung übernimmt. Eine, die langfristig denkt. Eine, die ihre Beschäftigten nicht als Kostenfaktor sieht. Eine soziale Marktwirtschaft, die trotzdem wettbewerbsfähig in einer globalisierten Welt bleibt.“

Dem stimmte auch Judith Gövert, Regionsgeschäftsführerin des DGB Köln-Bonn zu, die für die Mai-Rede eingeladen war. Gövert würdigte die Arbeit der Beschäftigten und betonte den 1. Mai als Tag der Solidarität sowie als Symbol historisch erkämpfter Rechte wie dem Achtstundentag. Zugleich kritisierte sie Angriffe auf Arbeitnehmendenrechte, den Sozialstaat und Vorschläge wie längere Arbeitszeiten, Rentenkürzungen oder eine Zwei-Klassen-Medizin. Sie forderte faire Löhne, sichere Arbeitsplätze, bezahlbares Wohnen, eine bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen und mehr Investitionen in die Daseinsvorsorge. Gövert erklärte: „2/3 der Bevölkerung in diesem Land will eine Vermögenssteuer. Dass 400 Milliarden Euro jedes Jahr vererbt werden und dass darauf so wenig Steuern wie auf kein anderes Einkommen erhoben werden, ist brutal ungerecht.“ Sie forderte eine gerechtere Besteuerung großer Vermögen und Erbschaften. Gövert warnte: „Es steht viel auf dem Spiel aktuell. 13- Stunden-Arbeitstage, Rente mit 70, 2-Klassen-Medizin, Karenztage bei Krankheit und Kürzungen im Krankengeld – ich will nicht, dass das die Zukunft wird.“ Und rief zu gewerkschaftlicher Organisation, Einmischung und Zusammenhalt auf.

Anschließend führt DGB-Gewerkschaftssekretär Ingo Degenhardt durch ein Podium zu den anstehenden Veränderungsprozessen im Rheinischen Revier, an dem Diana Hafke (Büro Revierwende), Evin Kina (JAV und Jugendreferentin, IGBCE) und Stefan Frambach (Betriebsratsvorsitzender der RWE-Kraftwerkssparte, ver.di) teilnahmen. 
Stefan Frambach zeigte sich positiv gestimmt, weil er viel Potential in der Region sehe. Das Thema der Netze sei ein großes und diese seien vorhanden, so dass er eine große Perspektive sehe.
Frambach erklärte zudem, dass man junge Menschen in der Region halten könne über gute Tarifverträge und das Aufzeigen von Perspektiven.
Dem schloß sich Evin Kina an und ergänzte: „Junge Menschen haben selbst auch richtig tolle Ideen und wollen entwickeln und verändern. Ich kämpfe für eine Standortsicherung und Zukunftsperspektiven für junge Menschen.“

Diana Hafke wirft einen Blick auf die Menschen im Revier: „Es gibt Hoffnung bei den Menschen, es ist eine Chance. Aber es gibt auch viele Sorgen, dass die gute Arbeit, die es im Revier gibt, nicht ersetzbar ist.“ Sie appelliert an die Gäste: „Der Strukturwandel betrifft uns alle – lehnt Euch nicht zurück.“

Einigkeit herrschte bei der Frage, welches das Kernthema und der entscheidende Gamechanger für die Prozesse im Rheinischen Revier sei: Die Geschwindigkeit. Degenhardt fasst zusammen: „Wir scharren mit den Hufen. Es muss alles schneller gehen.“

Anschließend fand ein geselliger Austausch bei Speisen und Getränken statt. 

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