Anlässlich des Tags der Arbeit am 1. Mai würdigt die Stadt Bergisch Gladbach gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Rhein-Berg die Beschäftigten und ihren wichtigen Beitrag zum Funktionieren der Stadt. Bereits am Montag, 27. April 2026, lädt die Stadt zu einem Arbeitnehmendenempfang in den großen Ratssaal des Historischen Rathauses ein.
Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gewerkschaften nutzen den Empfang, um auf aktuelle Herausforderungen aufmerksam zu machen und klare Forderungen zu formulieren.
Patrick Graf, Sprecher des Netzwerks DGB Rhein-Berg, kritisiert die aktuelle arbeitsmarktpolitische Debatte deutlich: „All das passiert vor dem Hintergrund einer bundesweiten Debatte, die uns den Atem raubt. Arbeitgeberverbände fordern den 13-Stunden-Tag und behaupten, wir seien zu faul. Dabei zeigen die Zahlen: Wir haben 2024 über 54 Milliarden Stunden gearbeitet – ein Rekord. Gleichzeitig bleiben viele Überstunden unbezahlt. Das ist kein Lifestyle, das ist Ausbeutung.“
Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite!“ fordert der DGB den Erhalt des Arbeitszeitgesetzes, eine bessere Anerkennung von Care-Arbeit sowie eine klare Absage an Kürzungen im Sozialstaat. Damian Warias, Gewerkschaftssekretär der DGB-Region Köln-Bonn, betont: „Die Beschäftigten sind nicht das Problem, sondern die Lösung. Sie halten die Wirtschaft am Laufen und sichern den Wohlstand. Gute Arbeit und sichere Arbeitsplätze müssen Vorrang haben vor kurzfristiger Profitmaximierung. Das werden wir auch am 1. Mai deutlich machen.“
Judith Gövert, Regionsgeschäftsführerin der DGB-Region Köln-Bonn, betont im Vorfeld des Tags der Arbeit den dringenden politischen Handlungsbedarf: „Wir brauchen eine echte Investitionsoffensive. Bundesweit fehlen 215 Milliarden Euro in den Kommunen – auch in Bergisch Gladbach fehlt Geld. Kitas und Schulen, eine funktionierende Infrastruktur und Daseinsvorsorge, eine soziale gerechte Energiewende: Das alles kostet sehr viel Geld in einer Phase, in der die Kommunalhaushalte vielerorts in tiefen Krisen stecken. Wir müssen die Kommunen schnellstmöglich in die Lage zu versetzen, die wichtigen Zukunftsinvestitionen anpacken zu können. Wichtig ist, mit Blick auf den Bund: Wer bestellt muss auch bezahlen!“
Gövert ergänzt: „2/3 der Bevölkerung in diesem Land will eine Vermögenssteuer. Dass 400 Milliarden Euro jedes Jahr vererbt werden und dass darauf so wenig Steuern wie auf kein anderes Einkommen erhoben werden, ist ungerecht. Zum Tag der Arbeit machen wir klar: Wir brauchen eine Vermögensteuer.“
Neben dem Empfang werden am 1. Mai Vertreterinnen und Vertreter des DGB Rhein-Berg die Beschäftigten des Verkehrsunternehmens Wupsi GmbH besuchen, um sich persönlich für ihre wichtige Arbeit zu bedanken. Stellvertretend für viele Bürgerinnen und Bürger soll damit die Bedeutung des öffentlichen Nahverkehrs für das gesellschaftliche Leben hervorgehoben werden. Gerade die Arbeit im öffentlichen Personennahverkehr ist aktuell mit besonderen Herausforderungen verbunden. Neben infrastrukturellen Problemen sehen sich Beschäftigte zunehmend auch mit Respektlosigkeit und verbalen Anfeindungen im Arbeitsalltag konfrontiert. Umso wichtiger ist es, ihre Leistung sichtbar anzuerkennen und deutlich zu machen: Hier arbeitet ein Mensch. Gegen jede Gewalt und Anfeindung.
Der Empfang beginnt um 19:00 Uhr und bietet neben Redebeiträgen auch Raum für politischen Austausch. Mit den Veranstaltungen rund um den 1. Mai treten die Stadt Bergisch Gladbach und der DGB ein für soziale Gerechtigkeit, gute Arbeitsbedingungen und eine zukunftsfähige Politik.