Die Gewerkschaft ver.di erhöht den Druck auf die Arbeitgeber. Am Dienstag, 27. Januar 2026, werden Beschäftigte aus bundesweit 22 Universitätskliniken in den Warnstreik treten. An den meisten Standorten wird der Ausstand auch am Mittwoch fortgesetzt.
Bereits Montag: Streiks in Baden-Württemberg
Schon am Montag, 26. Januar 2026, sind Warnstreiks in den Zentren für Psychiatrie in Baden-Württemberg geplant.
Notfallversorgung bleibt gesichert
"An den betroffenen Kliniken ist mit deutlichen Einschränkungen zu rechnen", erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. Die Notfallversorgung sei jedoch gewährleistet. ver.di bietet entsprechende Notdienstvereinbarungen an. Diese garantieren sowohl die Sicherheit der Patientinnen und Patienten als auch das Streikrecht der Beschäftigten.
Arbeitgeber legen kein Angebot vor
Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hat auch in der 2. Tarifverhandlungsrunde am 15./16. Januar 2026 kein verbindliches Angebot vorgelegt.
Forderungen der Gewerkschaft
ver.di fordert:
- Gehaltserhöhungen von 7 Prozent, mindestens 300 Euro monatlich
- 200 Euro mehr für Nachwuchskräfte
- Unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung
- Erhöhung der Zuschläge für Nachtarbeit um 20 Prozentpunkte
- Anhebung der Schicht- und Wechselschichtzulagen auf TVöD-Niveau
Die TdL hat diese Forderungen zurückgewiesen.
Beschäftigte sind verärgert
"Die Beschäftigten der Unikliniken sind stinksauer, dass sie dauerhaft schlechter gestellt werden sollen als ihre Kolleginnen und Kollegen an kommunalen Krankenhäusern", so Bühler.
Angemessene Bezahlung gefordert
"Wer 24 Stunden am Tag, an 7 Tagen die Woche schwerste Fälle versorgt, hat eine angemessene Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen mehr als verdient", betonte die Gewerkschafterin. Attraktive Arbeitsbedingungen seien notwendig, um qualifizierte Beschäftigte zu gewinnen und zu halten.
Schon jetzt müssen Kliniken Betten sperren und Leistungen einschränken, weil Personal fehlt.
Ost-West-Ungerechtigkeit beenden
Besonders kritisiert ver.di die Situation in Rostock, Greifswald und Jena. Dort müssen Beschäftigte für das gleiche Geld 10 Tage im Jahr mehr arbeiten als ihre Kolleg*innen im Westen. "Mit dieser Ungerechtigkeit muss mehr als 35 Jahre nach der Wiedervereinigung endlich Schluss sein", forderte Bühler.
Hohe Streikbereitschaft
Bundesweit sei die Bereitschaft groß, sich für die eigenen Belange einzusetzen. "Die Krankenhausbeschäftigten werden in den kommenden Tagen zeigen, dass sie kampfbereit sind. Die Arbeitgeber sollten sich hier keine Illusionen machen", erklärte Bühler abschließend.