Am Mittwoch, 28. Januar 2026, legen Beschäftigte von Hochschulen, Studierendenwerken und Forschungseinrichtungen die Arbeit nieder. ver.di ruft zum Campus-Branchenstreiktag auf. In über 60 Städten werden Beschäftigte demonstrieren. An mehr als 40 Standorten finden Warnstreiks statt.
Arbeitgeber ohne konkretes Angebot
Die Beschäftigten sind empört. Die Arbeitgeber haben bislang kein verbindliches Angebot gemacht. Das kritisiert ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler scharf. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder hatte auch in der zweiten Verhandlungsrunde am 15. und 16. Januar kein Angebot vorgelegt.
“Wer bei Bildung spart, setzt die Zukunft aufs Spiel”
Besonders problematisch: Die Arbeitgeber wollen bei der Bildung sparen. Das sei eine „politische Bankrotterklärung", so Bühler. Gerade jetzt brauche es mehr Investitionen in Bildungseinrichtungen. Hochschulen bilden dringend benötigte Fachkräfte aus und liefern wissenschaftliche Expertise. Die Länder müssten für gute Arbeitsbedingungen und angemessene Bezahlung sorgen.
Das fordert ver.di
Die Gewerkschaft fordert 7 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 300 Euro monatlich. Nachwuchskräfte sollen 200 Euro mehr bekommen und nach der Ausbildung unbefristet übernommen werden. Außerdem soll der Tarifvertrag auch für rund 300.000 studentische Hilfskräfte gelten. Bühler betont: Die studentischen Beschäftigten halten den Hochschulbetrieb am Laufen. Ihnen den Schutz des Tarifvertrags zu verweigern, sei absurd.
Soziale Komponente gefordert
ver.di fordert eine soziale Komponente bei der Gehaltserhöhung. Beschäftigte der unteren Entgeltgruppen leiden besonders unter hohen Preisen und Mieten. Beispielsweise Beschäftigte in Mensen der Studierendenwerke. Die Arbeitgeber lehnen dies ab. Bühler wirft ihnen vor, keine Ahnung von der Lebenswirklichkeit vieler Beschäftigter zu haben.
Warnstreiks werden ausgeweitet
Die Beschäftigten reagieren auf die Haltung der Arbeitgeber mit einer Ausweitung der Warnstreiks. In den kommenden Wochen werden die Streiks fortgesetzt.