Bundesweiter Warnstreik bei den AOKen

Datum

Am Montag, 13. April 2026, werden die Beschäftigten der AOKen bundesweit in den Warnstreik treten. Die Gewerkschaft ver.di hat dazu aufgerufen, um vor der 4. Tarifverhandlungsrunde am 14. April 2026 den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Der Streik findet digital statt. Es ist mit erheblichen Einschränkungen auch für Versicherte zu rechnen.

Unzureichendes Arbeitgeberangebot

Das Angebot der Tarifgemeinschaft der Allgemeinen Ortskrankenkassen aus der 3. Verhandlungsrunde Mitte März liegt nach Einschätzung von ver.di deutlich unter der erwarteten Inflationsrate. Verhandlungsführerin Heike Spies kritisiert den mangelnden Respekt gegenüber den berechtigten Forderungen der Beschäftigten. Diese würden im Vergleich zu anderen Krankenkassen ohnehin bereits weniger erhalten.

Fachkräftesicherung durch attraktive Perspektiven

Besonders wichtig sind ver.di Verbesserungen für Auszubildende nach bestandener Abschlussprüfung. Die eigene Ausbildung sei eines der wichtigsten Instrumente zur Fachkräftesicherung. Ohne attraktive und nachvollziehbare Entwicklungsperspektiven könnten ausgebildete Kolleginnen und Kollegen nicht in der eigenen Kasse gehalten werden. Dies würde die zum Teil ohnehin angespannte Personalsituation weiter verschärfen.

Forderungen der Gewerkschaft

ver.di fordert für die rund 60.000 Tarifbeschäftigten bei der AOK, der ITSCare und dem AOK-Bundesverband eine Erhöhung der monatlichen Vergütung um 7,5 Prozent, mindestens jedoch um 375 Euro. Die Ausbildungsvergütung soll um 150 Euro steigen. Beide Erhöhungen sollen ab 1. Januar 2026 gelten bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von 12 Monaten. Zudem erwartet die Gewerkschaft weitere Verbesserungen insbesondere für Auszubildende und bei den Regelungen zum Gesundheitszuschuss.

Angebot der Arbeitgeber

Die Arbeitgeberseite hat bislang eine Erhöhung um 2,1 Prozent ab 1. Mai 2026 angeboten, nach 4 Monaten ohne Erhöhung. Ab 1. Mai 2027 soll eine weitere Erhöhung um 2,1 Prozent folgen bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Die Ausbildungsvergütungen sollen zu denselben Zeitpunkten um jeweils 80 Euro steigen. Zusätzlich gibt es eine Zusatzkomponente in Höhe von 0,6 Prozent, die unterschiedlich eingesetzt werden kann.

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