Nach 2 ergebnislosen Verhandlungsrunden verschärft ver.di den Arbeitskampf im öffentlichen Dienst der Länder. Bundesweit gehen Beschäftigte auf die Straße – von Unikliniken über ÖPNV bis zu Hochschulen. Die Gewerkschaft kritisiert fehlendes Angebot der Arbeitgeber.
Streikwelle nimmt Fahrt auf
Die Gewerkschaft ver.di setzt ihren Druck auf die Tarifgemeinschaft der Länder fort. Nach beeindruckenden Branchenstreiktagen folgen bis zur 3. Verhandlungsrunde weitere bundesweite Arbeitsniederlegungen. Betroffen sind rund 2,2 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder (außer Hessen).
Belastung im Arbeitsalltag steigt
Wachsende Anforderungen, chronische Überlastung und mangelhafte Ausstattung prägen den Alltag vieler Kolleginnen und Kollegen. Die Gewerkschaft beklagt hohe Fluktuation und Schwierigkeiten bei der Fachkräftegewinnung. Besonders im ÖPNV verschärfen ungünstige Arbeitszeiten, Schichtarbeit und Zeitdruck die Situation.
ÖPNV stand am Montag still
Am 2. Februar streikten Beschäftigte bundesweit im kommunalen Nahverkehr. "Wir brauchen dringend Verbesserungen, um die hohe Fluktuation zu stoppen und wieder verlässlich Fachkräfte für den öffentlichen Nahverkehr zu finden", erklärte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle.
Nordrhein-Westfalen: Morgen ganztägiger Warnstreik
Für den 4. Februar ruft ver.di in NRW zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Betroffen sind Hochschulen, Landesverwaltung, Justiz sowie 6 Universitätskliniken. Kundgebungen finden unter anderem in Köln, Düsseldorf, Essen und Münster statt. "Die Arbeitgeber haben den Ernst der Lage nicht erkannt", kritisiert der stellvertretende Landesbezirksleiter Frank Bethke.
Hamburg wird zum "Hochdruckgebiet"
Am gestrigen Montag haben die Beschäftigten in Hamburg bereits gestreikt und werden auch morgen, 5. Februar, ihre Arbeitsniederlegungen ausweiten. ver.di-Chef Frank Werneke unterstützt die Kundgebung am Mittwoch persönlich. Zusätzlicher Unmut herrscht wegen der geplatzten Hamburg-Zulage. Kolleg*innen aus Behörden, Schulen, Feuerwehr und der TU Harburg beteiligen sich am Ausstand.
Unikliniken im Norden aktuell im Streik
Seit gestern bzw. heute organisiert ver.di gezielte Streiks an den Unikliniken in Kiel (2.-4. Februar), Rostock und Greifswald (3.-6. Februar). Besonders wirtschaftlich relevante Bereiche wie OP-Pflege und Versorgung sind betroffen. Notdienstvereinbarungen sichern die Versorgung akuter Notfälle. "Wenn man uns nicht hören will, müssen wir lauter werden", erklärt Diana Zimmermann von ver.di Nord.
Berlin: Protest gegen Kürzungshaushalt
Ende Januar demonstrierten Beschäftigte der Bezirksämter gegen erneute Sparmaßnahmen des Berliner Senats. Besonders die Jugendämter leiden unter steigenden Fallzahlen bei gleichzeitiger Unterbesetzung. Wartezeiten verlängern sich, Präventionsarbeit bleibt liegen, Fachkräfte brennen aus.
Kein Angebot nach 2 Verhandlungsrunden
ver.di kritisiert scharf, dass die Arbeitgeber nach 2 Verhandlungsrunden noch immer kein konkretes Angebot vorgelegt haben. Die Gewerkschaft befürchtet eine Abkopplung der Länderbezahlung von Bund und Kommunen. Die dritte Verhandlungsrunde steht unmittelbar bevor.