Erfolgreiche Einigung ohne Streiks
Die Tarifverhandlungen für die nichtärztlichen Beschäftigten und Auszubildenden der Asklepios Fachkliniken Brandenburg GmbH wurden erfolgreich abgeschlossen. Nach rund 7 Stunden Verhandlung am 3. Verhandlungstag wurde eine Einigung erzielt, erstmals ohne vorherige Warnstreiks. Die Tarifrunde hatte am 16. Januar 2026 begonnen.
Gehaltssteigerung in 2 Schritten
Die Tabellenentgelte steigen in 2 Schritten um mindestens 5,2 Prozent. Zum 1. April 2026 erfolgt eine Erhöhung um 2,8 Prozent, mindestens jedoch um 110 Euro. Für die unteren Entgeltgruppen bedeutet dies sogar eine Steigerung von bis zu 4,4 Prozent. Der 2. Schritt folgt am 1. April 2027 mit einer weiteren Erhöhung um 2,4 Prozent.
Besondere Aufwertung für Pflegekräfte
Pflegeleitungskräfte erhalten ab 1. April 2026 zusätzlich zur regulären Tariferhöhung eine weitere Aufwertung: Pflegeleitungen in Tageskliniken bekommen 100 Euro mehr pro Monat, Stationsleitungen sogar 150 Euro zusätzlich.
Die monatliche Zulage für Pflegebeschäftigte auf Intensivstationen wird um 50 Euro auf 150 Euro erhöht. Gleichzeitig wird diese Zulage auf weitere Bereiche ausgeweitet: neurologische Früh-Reha, Stroke-Unit-Stationen und Weaning-Stationen.
Höhere Zulagen für Schicht- und Wechselschichtarbeit
Ab 1. August 2026 werden Schicht- und Wechselschichtarbeit deutlich besser vergütet. Die monatliche Wechselschichtzulage steigt um 95 Euro auf 250 Euro, die Schichtzulage um 60 Euro auf 100 Euro. Zusätzlich erhalten Beschäftigte in Schicht- und Wechselschichtarbeit für die Arbeit an Samstagen ab 13 Uhr eine Zulage von 20 Prozent des Stundenentgelts.
Damit entsprechen die Zulagen den Regelungen des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) und den Bedingungen bei Asklepios Hamburg – ein wichtiger Schritt zur Angleichung.
Kürzere Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich
Ab 1. Januar 2027 wird die wöchentliche Arbeitszeit von 39 auf 38,5 Stunden reduziert – bei vollem Lohnausgleich. Auch dies ist ein weiterer Schritt zur Angleichung an den TVöD und die Arbeitsbedingungen bei Asklepios Hamburg.
Weitere Verbesserungen
Beschäftigte mit mindestens 20 Jahren Betriebszugehörigkeit bei Asklepios und deren Rechtsvorgängern erhalten ab 1. April 2026 eine monatliche Betriebszugehörigkeitszulage von mindestens 40 Euro.
Die Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld) wird im Jahr 2027 für die oberen Entgeltgruppen von 66 auf 75 Prozent angehoben. Für die meisten Entgeltgruppen steigt sie von 75 auf 80 Prozent.
Auszubildende profitieren ab 1. Mai 2026 von einer um 75 Euro höheren Ausbildungsvergütung, womit die Regelungen des öffentlichen Dienstes erreicht werden.
Deutliche Verbesserungen für langjährige Beschäftigte
“Diese Tarifeinigung ist ein gutes Ergebnis für die rund 1.450 Beschäftigten und Auszubildenden, auch wenn beim Urlaub und beim Zusatzurlaub keine Verbesserung erzielt wurde”, erklärt Ralf Franke, ver.di-Verhandlungsführer. Eine Pflegefachkraft in Wechselschichtarbeit mit 20-jähriger Betriebszugehörigkeit erhält ab April 2026 beziehungsweise ab August 2026 ein um 5,5 Prozent höheres monatliches Entgelt. Ab April 2027 folgt eine weitere Erhöhung um 2,4 Prozent.
Laufzeit und nächste Schritte
Die Tarifeinigung hat eine Laufzeit von 24 Monaten bis zum 31. Dezember 2027. Sie steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Gremien von ver.di und Asklepios. Eine Erklärungsfrist wurde bis zum 18. März 2026 vereinbart.
Die Asklepios Fachkliniken Brandenburg GmbH betreibt an den Standorten Brandenburg an der Havel, Teupitz und Lübben psychiatrisch-neurologische Fachkliniken. In Brandenburg an der Havel wird zusätzlich der Maßregelvollzug betrieben. Zum Unternehmen gehören außerdem mehrere Tageskliniken.