Tarifrunde Autobahn GmbH: ver.di weitet Arbeitskampf aus

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Verschärfter Arbeitskampf vor 3. Verhandlungsrunde

ver.di erhöhte kurz vor dem 3. Verhandlungstermin in der Tarifrunde mit der Autobahn GmbH erneut den Druck auf den Arbeitgeber: Die Gewerkschaft rief für den 23. und 24. Februar 2026 zu Arbeitskampfmaßnahmen in Form von Streiks, Kundgebungen und Aktionen an den neun Niederlassungen der bundeseigenen Gesellschaft, der Berliner Zentrale, in mehreren Autobahnmeistereien und in Tunnelleitzentralen in Nordrhein-Westfalen auf.

Erhebliche Beeinträchtigungen am Elbtunnel

Am 23. Februar wurde, wie bereits angekündigt, die Leitzentrale des Elbtunnels (A7) in Hamburg bestreikt. Dort kam es voraussichtlich wegen der Sperrung einer Fahrspur (von dreien) je Richtung zu erheblichen Wartezeiten für Autofahrerinnen und Autofahrer. In der Nacht von Sonntag auf Montag sowie von Montag auf Dienstag konnten aufgrund des Streiks keine Schwerlasttransporte über die Hamburger Norderelbbrücke der A1 geleitet werden (bis zu 25 Transporte pro Nacht). Für alle Hamburger Betriebsteile der Autobahn galt eine Notdienstvereinbarung, so dass Gefährdungen durch den Streik ausgeschlossen waren.

Ganztägige Streiks in Verwaltung und Leitzentralen

Am 24. Februar waren die Beschäftigten in den zehn Verwaltungsstandorten (Niederlassungen und Zentrale) der Autobahn GmbH zum ganztägigen Streik aufgerufen. Darüber hinaus wurden in Nordrhein-Westfalen die Tunnelleitzentralen Hamm/Westfalen und Duisburg sowie die Verkehrszentrale Leverkusen bestreikt. Auch hier kam es zu Einschränkungen im Autobahnverkehr.

Gewerkschaft fordert verbessertes Angebot

“Es ist bislang eine mühsame Runde mit wenig Fortschritten in der Sache”, sagte ver.di-Verhandlungsführer Oliver Bandosz am Donnerstag. “Wir setzen darauf, dass die Autobahn GmbH die deutlichen Botschaften der Beschäftigten versteht und ihr Angebot so verbessert, dass es verhandlungsfähig wird. Nur dann kommen wir weiter.”

Verhandlungen in Berlin

Die Verhandlungen zwischen ver.di und der Autobahn GmbH des Bundes fanden am Mittwoch und Donnerstag (25./26. Februar 2026) in Berlin statt. ver.di forderte 7 Prozent mehr Gehalt für die 14.000 Beschäftigten, mindestens aber 300 Euro monatlich mehr. Auch die Nachwuchskräfte sollten 300 Euro mehr im Monat erhalten, bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

Die Gewerkschaft verwies auf die rund 1.000 unbesetzten Stellen der GmbH und den gewaltigen Sanierungsbedarf im deutschen Autobahnsystem: Diese Aufgaben erforderten motivierte und qualifizierte Fachkräfte, die nur bei guten Gehältern und guten Arbeitsbedingungen kommen und bleiben. Der Arbeitgeber bot bisher mit 29 Monaten eine viel zu lange Laufzeit an, zudem wurde ein Mindestbetrag abgelehnt, der die unteren und mittleren Lohngruppen stärken würde.

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