Die 2. Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder ist ohne Durchbruch zu Ende gegangen. Die Gewerkschaft ver.di zeigt sich enttäuscht vom Verhandlungsverlauf.
Keine verbindlichen Zusagen
Die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) hat kein konkretes Angebot vorgelegt. “Stattdessen wurde von einem ‚Schnaps oberhalb der Inflation' geredet”, kritisierte der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke am Freitag in Potsdam. Von einem solchen Verhalten seien die Beschäftigten zurecht enttäuscht.
Kritikpunkte der Gewerkschaft
In zentralen Punkten zeichnet sich keine Einigung ab. Die Arbeitgeberseite plant offenbar einen Abschluss, der niedriger ausfallen soll als das Ergebnis für Bund und Kommunen. Zudem sollen die Beschäftigten eine Laufzeit von 29 Monaten sowie Nullmonate hinnehmen.
Wenig Bewegung bei Nachwuchskräften
Aus angekündigten Verbesserungen für Nachwuchskräfte ist laut Werneke nur ein “kleines Päckchen für Auszubildende” geworden – ohne Verbesserungen bei der Übernahme. Einen Tarifschutz für studentisch Beschäftigte lehnen die Arbeitgeber kategorisch ab.
“Der Verhandlungsstand ist ungenügend. Die Arbeitgeber haben den Ernst der Lage für viele Beschäftigte nicht erkannt”, stellte Werneke klar.
Das fordert ver.di
Für die rund 925.000 Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder (ohne Hessen) fordert ver.di:
- 7 Prozent mehr Gehalt pro Monat, mindestens aber 300 Euro für untere Lohngruppen
- 200 Euro mehr pro Monat für Nachwuchskräfte
- Unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung
- Tariflich garantiertes Mindeststundenentgelt für studentische Beschäftigte
- Erhöhung aller Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte
- Laufzeit von 12 Monaten
Das Tarifergebnis soll zeit- und wirkungsgleich auf Beamtinnen und Beamte sowie Versorgungsempfänger übertragen werden.
Wie geht es weiter?
Die 3. Verhandlungsrunde findet ab dem 11. Februar 2026 erneut in Potsdam statt. ver.di verhandelt als Verhandlungsführerin auch für die DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU.