Verhandlungen nach zwei Tagen ohne Einigung beendet
Die 2. bundesweit zentrale Tarifverhandlung für die 585.000 Beschäftigten in der Chemie- und Pharmaindustrie ist am Dienstag nach 2 Tagen zähen Ringens ohne Ergebnis zu Ende gegangen. IGBCE-Verhandlungsführer und Tarifvorstand Oliver Heinrich machte deutlich, dass das vorgelegte Angebot der Arbeitgeber noch zu weit von den Sorgen und der Lebensrealität der Beschäftigten entfernt sei. “Offensichtlich brauchen sie noch Wochen der inneren Einkehr, damit wir zu sozialpartnerschaftlichen Kompromissen kommen”, erklärte Heinrich.
3. Runde für März angesetzt – Aktionen in den Betrieben geplant
Die 3.Verhandlungsrunde ist für den 24. und 25. März im rheinland-pfälzischen Bad Breisig angesetzt. Bis dahin werden in den Betrieben bundesweit Aktionen stattfinden, kündigte Heinrich an. Die Kolleginnen und Kollegen würden klarmachen, dass diese Tarifrunde Antworten auf ihre zentralen Zukunftssorgen liefern müsse. “Ohne spürbare Fortschritte bei Jobsicherheit und Kaufkraft kann es keinen Abschluss geben”, stellte der IGBCE-Tarifvorstand klar.
Kaufkraftverlust seit 2018 nicht ausgeglichen
Heinrich erinnerte daran, dass die Chemie- und Pharma-Beschäftigten bis heute fünf Prozent unter dem Einkommensniveau von 2018 liegen. “Hier erwarte ich von den Arbeitgebern mehr Verantwortungsbewusstsein und mehr Sinn für Gerechtigkeit”, forderte er. Am Ende der Verhandlungen müsse ein Gesamtpaket stehen, das nicht hinter anderen Branchenabschlüssen zurückfalle. Der Tarifvorstand verwies darauf, dass in vielen Betrieben der Industrie, etwa im Pharma-Bereich, tiefschwarze Zahlen geschrieben würden und satte Dividenden geplant seien.
Forderungen der IGBCE
Die IGBCE fordert in dieser Tarifrunde eine Erhöhung der Einkommen für die Tarifbeschäftigten und Auszubildenden, die die Kaufkraft weiter stärkt, sowie tarifliche Instrumente zur Beschäftigungssicherung. Die Verhandlungen laufen bereits seit Mitte Januar. Nach insgesamt 9 ergebnislosen Gesprächen in den Regionen waren sie Anfang Februar auf die Bundesebene gewechselt.