ver.di fordert 7 Prozent mehr Lohn im Handel

Datum

Gemeinsame Eckpunkte beschlossen

Kurz vor Beginn der Tarifrunden im Handel hat die Gewerkschaft ver.di ihre Verhandler*innen auf eine klare gemeinsame Linie festgelegt. Auf der Tarifkoordinierungskonferenz am 14. und 15. April 2026 in Frankfurt wurden gemeinsame Eckpunkte für die 16 Tarifgebiete des Einzelhandels und die 20 Tarifgebiete des Groß- und Außenhandels beschlossen.

7 Prozent Entgelterhöhung gefordert

Im Mittelpunkt der Forderungen stehen tabellenwirksame Entgelterhöhungen in Höhe von 7 Prozent mit einer Laufzeit von 12 Monaten. ver.di-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer betont, dass die Vertreter*innen aller Tarifgebiete eine deutliche Erhöhung der Realeinkommen anstreben. Die Erhöhung soll deutlich über der Inflationsrate liegen und gilt für die Löhne, Gehälter und Entgelte im Einzel- und Versandhandel sowie im Groß- und Außenhandel. Bei den Ausbildungsvergütungen wird eine überproportionale Erhöhung gefordert. Einmalzahlungen als Ersatz für tabellenwirksame Entgeltsteigerungen lehnt die Gewerkschaft ab.

5,2 Millionen Beschäftigte betroffen

Ab dem 17. April 2026 verhandelt ver.di für 5,2 Millionen Beschäftigte im Einzel- sowie im Groß- und Außenhandel. Eine Besonderheit der Branche ist der hohe Teilzeitanteil. 65,1 Prozent im Einzelhandel und 27,6 Prozent im Großhandel arbeiten in Teilzeit. Laut Zimmer ist diese Teilzeit zum Großteil unfreiwillig, weil die Arbeitgeber kaum noch Vollzeitstellen ausschreiben. Preissteigerungen, wie zuletzt bei Benzin und Diesel, treffen die Handelsbeschäftigten deshalb besonders hart.

Hohe Umsätze rechtfertigen Forderungen

Zimmer kritisiert die Situation der Beschäftigten. Täglich kassierten sie für ihre Unternehmen Millionen von Euro, müssten aber zu Hause jeden Cent zweimal umdrehen, weil der Monat oft zu lang für den niedrigen Lohn sei. Damit müsse Schluss sein. 2025 haben sowohl der Einzel- als auch der Großhandel erneut hohe Umsätze erzielt. Tabellenwirksame Lohnsteigerungen seien deshalb kein Geschenk, sondern etwas, was den Kolleg*innen zustehe, weil die Gewinne nur durch ihre Arbeit möglich seien.

Verhandlungsstart am 17. April

Am Freitag, den 17. April 2026, starten die Verhandlungen mit dem Groß- und Außenhandel in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

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