Die Gewerkschaft ver.di hat für Freitag zu ersten bundesweiten Streiks im Handel aufgerufen. Hintergrund sind Angebote der Arbeitgeber im Einzelhandel, die ver.di als völlig unzureichend zurückweist. Streikkundgebungen finden in Frankfurt am Main, Hamburg, Stuttgart und Dortmund statt.
Arbeitgeberangebot als Unverschämtheit kritisiert
Der Handelsverband Deutschland hat für die Tarifgebiete Hamburg und Nordrhein-Westfalen ein Angebot vorgelegt, das eine Laufzeit von 24 Monaten, eine sechsmonatige Nullrunde sowie Entgelterhöhungen von nur 2 Prozent ab 1. November 2026 und 1,5 Prozent ab 1. August 2027 vorsieht. ver.di-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer bezeichnete dies als vergiftetes Angebot. Die vorgeschlagenen 3,5 Prozent über 24 Monate glichen noch nicht einmal die Inflation aus und hülfen bei den akuten Preissteigerungen nicht.
Reallohnverlust statt Wertschätzung
Zimmer kritisierte scharf, dass das Angebot für die Beschäftigten eine Lohnsteigerung von de facto nur 1 Prozent und damit einen weiteren Reallohnverlust bedeute. Das sei eine Frechheit und zeuge nicht von Wertschätzung gegenüber der Arbeit, die die Handelsbeschäftigten jeden Tag leisteten. Die Beschäftigten kämen schon jetzt kaum über die Runden. Miete, Energie und Lebensmittel fräßen die Löhne vollkommen auf.
ver.di fordert 7 Prozent mehr Lohn
Die Gewerkschaft fordert 7 Prozent mehr Lohn, mindestens 225 Euro. Am kommenden Montag, 18. Mai 2026, finden die nächsten Verhandlungstermine statt, für den Einzelhandel in Hessen und den Groß- und Außenhandel in Nordrhein-Westfalen.