Keine Bewegung in Tarifverhandlungen
In den Tarifverhandlungen hat die Vivantes-Geschäftsführung kein neues Angebot vorgelegt. Auch für die kommenden Verhandlungen ist unklar, ob ein Angebot kommt. Damit blockiert der landeseigene Krankenhauskonzern weiterhin die Beendigung der Zwei-Klassen-Belegschaft.
Beschäftigte lehnen erstes Angebot deutlich ab
Das erste Angebot von Vivantes hatte die Tarifkommission bereits am 14. Januar zurückgewiesen. Eine breite Befragung der Beschäftigten ergab eine Ablehnung von über 90 Prozent. Trotzdem verweigert die Geschäftsführung jede Nachbesserung.
“Dass Vivantes heute nicht einmal bereit war, ein neues Angebot vorzulegen, ist ein Affront gegenüber den Beschäftigten”, erklärt Ben Brusniak von der ver.di-Verhandlungsführung.
Kein TVöD für Tochter-Beschäftigte
Das erste Angebot sah keine Anwendung des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) vor. Die Angleichung der Entgelte sollte über viele Jahre gestreckt werden. Wichtige Bestandteile wie die VBL-Betriebsrente, Zulagen auf TVöD-Niveau oder eine angemessene Jahressonderzahlung sollten ausgeschlossen bleiben.
Die Beschäftigten in den Tochterunternehmen arbeiten Seite an Seite mit den direkt bei Vivantes Angestellten. Sie sollen aber weiterhin unterschiedlich entlohnt und strukturell benachteiligt werden.
Senat hatte Gleichstellung versprochen
Das Verhalten der Vivantes-Leitung wiegt besonders schwer. Die aktuelle Berliner Senatskoalition hat den Beschäftigten ein Ende der Zwei-Klassen-Belegschaft versprochen. Auch die Rückführung der Vivantes-Töchter in den Konzern wurde zugesagt.
Beschäftigte kämpfen für Gerechtigkeit
„Das Votum unserer Kolleginnen und Kollegen ist unmissverständlich. Wir wollen diese Ungerechtigkeit beenden", betont Nancy Hoffmann, technische Sterilisationsassistentin am Humboldt-Klinikum. “Hier geht es um mehr als Wertschätzung. Es geht darum, ob wir in dieser immer teurer werdenden Stadt noch über die Runden kommen.”
“Niemand streikt gerne bei diesen Temperaturen. Aber für unsere berechtigten Forderungen nehmen wir das in Kauf”, ergänzt Nick Rottke, Reinigungskraft am Klinikum Neukölln.
Warnstreik am 9. Februar
Ver.di ruft für den 9. Februar zum Warnstreik auf. Die Gewerkschaft erwartet, dass Vivantes in den kommenden Verhandlungen am 10. Februar 2026 endlich ein ernstzunehmendes Angebot vorlegt. Dieses soll den Weg zur vollständigen Gleichstellung und zur Anwendung des TVöD für alle Beschäftigten ebnen.