Warnstreik bei der Rubin Mühle in Lahr

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12-stündiger Streik trotz Regenwetter

Am 11. Februar 2026 haben rund 80 Beschäftigte aus der Früh- und Spätschicht der Rubin Mühle in Lahr ein deutliches Zeichen gesetzt. Trotz schlechten Wetters war die Stimmung unter den Streikenden gut. Mit dem 12-stündigen Warnstreik erhöhen die Beschäftigten den Druck auf die Unternehmensleitung.

Geschäftsleitung verweigert Verhandlungen

Hintergrund der Aktion ist, dass Inhaber Christoph Rubin bislang nicht der Aufforderung der NGG gefolgt ist, die abgebrochenen Tarifverhandlungen wieder aufzunehmen. Bereits am 9. Dezember 2025 hatten die Beschäftigten mit einem Warnstreik deutlich gemacht, dass sie ein verhandlungsfähiges Angebot erwarten. Eine Reaktion der Geschäftsleitung blieb jedoch aus.

Was fordert die Gewerkschaft?

Die NGG fordert für die Beschäftigten eine Entgelterhöhung von 7 Prozent sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 150 Euro pro Ausbildungsjahr. Zusätzlich soll es eine Übernahmegarantie für Auszubildende nach der Ausbildung geben. Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von 12 Monaten haben und rückwirkend ab dem 1. November 2025 gelten.

Beschäftigte fühlen sich nicht wertgeschätzt

Die Stimmung in der Belegschaft ist angespannt. Viele Beschäftigte empfinden das Verhalten des Unternehmens als mangelnde Wertschätzung ihrer Arbeit. “Die Lebenshaltungskosten steigen weiter, aber unser Arbeitgeber will nicht einmal mehr verhandeln. Das fühlt sich an, als würden unsere Sorgen einfach ignoriert”, sagt ein langjähriger Mitarbeiter der Mühle.

Auch Auszubildende sind enttäuscht

Auch die Auszubildenden zeigen sich enttäuscht: “Wir lernen hier einen wichtigen Beruf und tragen Verantwortung im Betrieb. Eine bessere Ausbildungsvergütung wäre ein klares Signal, dass unsere Arbeit ernst genommen wird.”

Gewerkschaft fordert Rückkehr an den Verhandlungstisch

Sven Hildebrandt, Gewerkschaftssekretär der NGG – Region Schwarzwald-Hochrhein, erklärt: “Die Kolleg*innen wollen eine faire Lösung am Verhandlungstisch. Doch wenn die Geschäftsleitung Gespräche verweigert, bleibt ihnen nur, den Druck zu erhöhen. Wir erwarten, dass Herr Rubin endlich wieder an den Verhandlungstisch zurückkehrt.”

Mit dem Warnstreik machen die Beschäftigten deutlich, dass sie zu weiteren Aktionen bereit sind, sollte es weiterhin keine Bewegung in den Verhandlungen geben.

Hintergrund: Kein Tarifvertrag im Betrieb

Im Betrieb Rubin Mühle GmbH besteht zurzeit keine Bindung an einen Tarifvertrag. Am 20. September 2025 wurde eine Tarifkommission gebildet, die am 13. Oktober 2025 die Arbeitgeberseite zu Tarifverhandlungen aufforderte. Nur 8 Minuten später teilte der Arbeitgeber mit, die Löhne und Gehälter ab dem 1. Oktober 2025 um 3,1 Prozent zu erhöhen. Diese Anpassung ist jedoch nicht tariflich abgesichert und kann jederzeit vom Arbeitgeber widerrufen werden.

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