Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten mehrerer Unternehmen des TÜV Rheinland-Konzerns für heute zu einem eintägigen Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind rund 2.500 Mitarbeiter der TÜV Rheinland Industrie Service GmbH (TIS), der TÜV Rheinland Werkstoffprüfung GmbH (TWP) und der TÜV Rheinland Energy & Environment (TREE).
Aktionen in mehreren Städten
Die zentrale Streikveranstaltung findet in Köln statt. Weitere Aktionen sind unter anderem in Hamburg und Berlin geplant. Es handelt sich um den ersten Warnstreik beim TÜV Rheinland seit 20 Jahren.
Forderung: 10,5 Prozent mehr Gehalt
Ver.di fordert eine Gehaltserhöhung von 10,5 Prozent für die Beschäftigten. Nach zwei Verhandlungsrunden Ende 2025 hatten die Arbeitgeber lediglich geringfügige Erhöhungen von 2,5 und 2,0 Prozent bei zweijähriger Laufzeit angeboten. Diese Steigerungen liegen knapp an der Inflationsgrenze und würden faktisch Reallohnverluste bedeuten.
Kritik an den Arbeitgebern
“Die Beschäftigten senden mit diesem Warnstreik ein klares Signal an die Arbeitgeber, dass sie mit den bisherigen Verhandlungen absolut nicht einverstanden sind”, sagte ver.di-Verhandlungsführer Philipp Stewart. “Wir fordern ein Angebot, das der wirtschaftlichen Stärke der Unternehmen und ihrer Verantwortung gegenüber den Beschäftigten gerecht wird.”
Erfolgreiches Geschäftsjahr 2025
Stewart betonte, dass das Geschäftsjahr 2025 zu den erfolgreichsten in der Geschichte der TÜV Rheinland AG zähle. Der Konzern beharre jedoch auf Angeboten, die minimale Gehaltssteigerungen bedeuteten. “Das ist nicht akzeptabel.”
Die Beschäftigten hätten den Unternehmenserfolg maßgeblich miterarbeitet und erwarteten daher eine spürbare, nachhaltige Verbesserung ihrer Einkommen.
Bereitschaft zu weiteren Verhandlungen
Der heutige Warnstreik ist auf einen Tag begrenzt. ver.di sei weiterhin zu konstruktiven Verhandlungen bereit, erklärte Verhandlungsführer Stewart. Man erwarte jedoch, dass die Arbeitgeberseite zeitnah ein deutlich verbessertes Angebot vorlege.