Weitere Tarifabschlüsse in der Holz- und Kunststoffindustrie

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Bundesweite Einigung nach erfolgreichen Aktionen

Arbeitgeber und IG Metall haben sich in der Tarifbewegung der Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie auf ein Verhandlungsergebnis geeinigt. Die Einigung gilt für mehrere Tarifgebiete, darunter Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Bremen sowie Rheinland-Pfalz, Sachsen, Hessen, Westfalen-Lippe, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Bundesweit hatten 14.500 Beschäftigte mit Aktionen und Warnstreiks Druck für Bewegung an den Verhandlungstischen gemacht.

Entgelterhöhungen in 2 Stufen

Das Verhandlungsergebnis sieht eine tabellenwirksame Entgelterhöhung in 2 Stufen vor. In den meisten Tarifgebieten erhalten die Beschäftigten ab Juni 2026 zunächst 2 Prozent mehr Geld. Im Juli 2027 folgt eine weitere Erhöhung um 2,2 Prozent. Zusätzlich bekommen die Beschäftigten eine Einmalzahlung, deren Höhe je nach Tarifgebiet zwischen 100 und 300 Euro variiert. Die Tarifverträge haben eine Laufzeit bis Ende Januar 2028.

Verbesserungen für Auszubildende

Auch die Auszubildenden profitieren von dem Tarifabschluss. Die Ausbildungsvergütungen steigen in den verschiedenen Tarifgebieten in 2 Stufen um insgesamt zwischen 90 und 120 Euro pro Monat. Zusätzlich erhalten die Auszubildenden eine Einmalzahlung zwischen 150 und 200 Euro. In einigen Regionen wurden spezielle Regelungen vereinbart, die eine deutliche Verbesserung der Ausbildungsbedingungen bedeuten.

Besondere Regelungen in einzelnen Tarifgebieten

In Niedersachsen und Bremen wurde eine besondere Vereinbarung getroffen. IG Metall-Mitglieder erhalten dort eine zusätzliche Einmalzahlung von 300 Euro brutto im April 2026. Diese exklusive Zahlung würdigt das Engagement der Gewerkschaftsmitglieder, die Tarifverträge erst möglich machen. In den ostdeutschen Bundesländern Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt wurden teilweise zusätzliche Angleichungskomponenten vereinbart, um die Lohnunterschiede zwischen Ost und West weiter zu reduzieren.

Flexibilität für Betriebe in Schwierigkeiten

Betriebe, die sich in nachweislichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden, können die Einmalzahlungen verschieben. Sie müssen ihren Beschäftigten das Geld jedoch bis spätestens Anfang 2027 auszahlen. Diese Regelung trägt der schwierigen wirtschaftlichen Lage einiger Unternehmen Rechnung und bietet gleichzeitig Planungssicherheit für die Beschäftigten.

Bewertung durch die IG Metall

Tarifvorständin Nadine Boguslawski bewertet das Tarifergebnis als ausgewogen. Es spiegele die Lage der Branche und der Beschäftigten wider. Der Aufschwung brauche dauerhaft steigende Entgelte, die die Kaufkraft der Beschäftigten stärken. Matthias Fuchs, Verhandlungsführer aus Baden-Württemberg, ergänzt, dass es kein Ergebnis zum Jubeln sei, aber eines, das in die Zeit passe. In einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld seien spürbare Entgeltsteigerungen und eine finanzielle Anerkennung für die Beschäftigten gelungen.

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