Deutscher Gewerkschaftsbund

18.04.2020
Azubis und Corona

Schutzschirm für Ausbildungsplätze

Der DGB drängt auf ein Spitzentreffen der Allianz für Aus- und Weiterbildung - und hat Vorschläge für einen "Schutzschirm für Ausbildungsplätze" in der Corona-Krise vorgelegt. Es muss darum gehen, bestehende Ausbildungsverträge abzusichern, und fürs kommende Ausbildungsjahr Ausbildungschancen und damit Fachkräftesicherung zu garantieren, betonen der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann und DGB-Vize Elke Hannack in einem Schreiben an Wirtschaftsminister Peter Altmaier.

Redaktionsnetzwerk Deutschland: Wie der DGB Auszubildende in der Corona-Krise schützen will

Junge Friseurin fönt Haare junger Kundin vor Spiegel

Colourbox.de

Hannack: "Große Herausforderungen im kommenden Ausbildungsjahr"

Rund 430.000 Ausbildungsbetriebe gibt es in Deutschland, 725.000 Betriebe haben in der Corona-Krise bereits Kurzarbeit angemeldet. "Angesichts dieser Zahlen ist schon jetzt offensichtlich, wie groß die Herausforderungen im kommenden Ausbildungsjahr werden", sagt die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. "Gerade jetzt ist die Zeit, in der üblicherweise die neuen Ausbildungsverträge geschlossen werden. Schon vor Corona hat nur noch jeder fünfte Betrieb ausgebildet. Diese Zahl wird nun weiter sinken."

Außerbetriebliche Angebote fördern

In den vergangenen zehn Jahren seien bereits mehr als 50.000 Ausbildungsbetriebe verloren gegangen. "Deshalb ist es wichtig, befristet außerbetriebliche Angebote zu fördern, gerade in Regionen mit einem angespannten Ausbildungsmarkt. Sonst verlieren die Schwächsten in der Corona-Krise ihre Zukunftschancen. Die Arbeitgeber sind aufgefordert alle Möglichkeiten zu nutzen, um Azubis zu halten und neue zu gewinnen. Wer jetzt vorschnell seinen Azubis kündigt, wird nach der Krise den Fachkräftemangel beklagen", so Hannack.

Schutzschirm für Ausbildungsplätze

Der DGB hat Vorschläge für einen "Schutzschirm für Ausbildungsplätze" vorgelegt. Darin schlägt der Deutsche Gewerkschaftsbund unter anderem vor:

  • Auszubildende auch bei Kurzarbeit zu schützen und die Verbundausbildung zu stärken.
  • Maßnahmen, um trotz verschobener oder gestrichener Prüfungen Sicherheit für Auszubildende zu gewähren.
  • Ausbildung bei Insolvenzen abzusichern: Übernahmeprämie für Unternehmen, die Auszubildende oder dual Studierende aus Insolvenzbetrieben übernehmen, vorerst befristet bis zum 31.12.2020.
  • Ausbildungskapazitäten stärken – Zukunftsfonds einführen: Entscheidend für die weitere Entwicklung des Ausbildungsmarkts wird sein, wie Anreize für mehr betriebliche Ausbildungsplätze unter den schwierigen Bedingungen entwickelt werden können. Hierzu soll ein bundesweiter branchenübergreifender Zukunftsfonds zur Fachkräftesicherung unter der Beteiligung der Sozialpartner eingeführt werden. In diesem Fonds soll ab 2021 u.a. die Übernahme von Auszubildenden und ausbildungsintegriert dual Studierenden aus insolventen Betrieben finanziert werden.
  • Ausbildung stützen - mit einem Sonderprogramm für Regionen mit angespanntem Ausbildungsmarkt sollte außerbetriebliche Ausbildung zeitlich befristet in den kommenden zwei Jahren gefördert werden. Dieses Programm soll grundsätzlich aus dem Zukunftsfonds zur Fachkräftesicherung finanziert werden.

DOWNLOAD

DGB-Position: Ein wirksamer "Schutzschirm für Ausbildungsplätze" (PDF, 220 kB)

DGB-Vorschläge zur Sicherung von dualer Berufsausbildung in der Corona-Krise


Nach oben

Weitere Themen

Yas­min Fa­hi­mi zur DGB-Vor­sit­zen­den ge­wählt
Reiner Hoffmann gratuliert Yasmin Fahimi
DGB/Gordon Welters
Yasmin Fahimi ist die erste Frau an der Spitze des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Sie ist auf dem 22. Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Berlin mit 93,23 Prozent der Stimmen zur DGB-Vorsitzenden gewählt worden. Sie erhielt 358 Stimmen und nahm die Wahl an.
Zur Pressemeldung

At­las der di­gi­ta­len Ar­beit
Cover des Atlas der digitalen Arbeit
DGB/HBS
Der Atlas der digitalen Arbeit, herausgegeben von dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und der Hans-Böckler-Stiftung, sammelt alle wichtigen Daten und Fakten über die Beschäftigung der Zukunft.
weiterlesen …

Wei­ter struk­tu­rel­le Pro­ble­me am Aus­bil­dungs­markt
Ausbilder erklärt Azubi Aufgabe
iStock/kali9
Die Bundesregierung hat heute den Berufsbildungsbericht 2022 beschlossen und veröffentlicht. Ein Grund zum Aufatmen bietet er aus Sicht des DGB nicht. „Der Ausbildungsmarkt leidet weiter unter den Corona-Folgen und unter strukturellen Problemen. Die Zahl neuer Ausbildungsverträge ist noch weit unter dem Niveau vor Corona. Es muss jetzt um jeden Ausbildungsplatz gekämpft werden, damit die Erholung keine Eintagsfliege bleibt“, kommentiert die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack.
weiterlesen …

DGB ruft zu Spen­den für ukrai­ni­sche Ge­flüch­te­te auf
Friedenstaube auf farbigem Hintergrund
DGB via Canva
Die internationale Gewerkschaftsbewegung zeigt sich solidarisch mit den Menschen in der Ukraine und denen in Russland, die sich kritisch zur Politik ihres Präsidenten äußern und gegen den Krieg stellen. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften rufen ihre Mitglieder zu Spenden auf, um den vor Krieg und politischen Repressionen Geflüchteten helfen zu können.
Zur Pressemeldung

Be­triebs­rats­wahl 2022
Zentrales Kampagnenmotiv Betriebsratswahl 2022
DGB
Vom 1. März bis zum 31. Mai 2022 finden in ganz Deutschland Betriebsratswahlen statt. in Zehntausenden Betrieben wählen die Beschäftigten ihre Vertreter*innen in den Betriebsrat. Der Betriebsrat vertritt die Interessen der Arbeitnehmer*innen gegenüber dem Arbeitgeber – und sorgt für Mitbestimmung und Demokratie im Betrieb.
weiterlesen …

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …