Deutscher Gewerkschaftsbund

30.04.2018
Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten

85 Jahre 2. Mai 1933 - Nie wieder Faschismus!

Am 2. Mai 1933 stürmten die Nazis in ganz Deutschland die Gewerkschaftshäuser. Sie beschlagnahmten gewerkschaftliches Eigentum, misshandelten und verhafteten aktive Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter. Für viele Engagierte war dies der Beginn jahrelanger Verfolgung und Unterdrückung. Deshalb gilt auch 85 Jahre danach: Nie wieder Faschismus!

Foto: SA-Männer stürmen und besetzen am 2. Mai 1933 in ganz Deutschland die Gewerkschaftshäuser - hier das Berliner Gewerkschaftshaus am Engelufer

2. Mai 1933: Zerschlagung der freien Gewerkschaften durch die Nazis

Nachdem die Nationalsozialisten 1933 die Macht ergriffen hatten, begannen sie umgehend mit dem Umbau des Staates. Systematisch bereiteten sie Massenmord und Angriffskrieg vor. Erst warfen sie die Kommunisten und Sozialdemokraten in die Gefängnisse und die ersten KZs, dann beseitigten sie mit der so genannten Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat sowie dem Ermächtigungsgesetz die demokratische Staatsordnung der Weimarer Republik.

Mit der Zerschlagung der freien Gewerkschaften am 2. Mai 1933 zerstörten die Nazis eines der letzten Bollwerke, das ihrer absoluten Machtergreifung noch hätte im Weg stehen können.

Demokratie und freiheitlich-demokratische Grundordnung schützen

2018 jährt sich die Zerschlagung der deutschen Arbeiterbewegung durch die Nationalsozialisten zum 85. Mal. Deshalb werden die deutschen Gewerkschaften weiterhin gegen jede Form von Faschismus und für die Demokratie kämpfen. Die "Sicherung des sozialen und demokratischen Rechtsstaates, seiner freiheitlich-demokratischen Grundordnung und der Unabhängigkeit der Gewerkschaftsbewegung" ist fest als Aufgabe und Ziel des DGB und der DGB-Gewerkschaften in der Satzung des Deutschen Gewerkschaftsbundes verankert.

Gedenkveranstaltung "85. Jahrestag der Erstürmung der Gewerkschaftshäuser" in Berlin

Der 2. Mai 1933 sei "die schwerste Niederlage" in der Geschichte der deutschen Gewerkschaften gewesen, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach bei einer Gedenkveranstaltung anlässlich des 85. Jahrestags der Erstürmung der freien Gewerkschaftshäuser durch die Nazis. Dieser Tag sei weiterhin "mahnendes Beispiel". "Unsere Hochachtung, unsere Dankbarkeit und unser Respekt" gelte den damals gegen den Nationalsozialismus aktiven Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern "für ihren Wagemut, ihre Risikobereitschaft und ihren Widerstand", so Buntenbach.

LINK: Beitrag des rbb zur Gedenkveranstaltung

Die Gedenkveranstaltung fand vor dem Gebäude Inselstraße 6 in Berlin statt, heute unter anderem der Sitz des Landesbezirks der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Bis zum 2. Mai 1933 war das Gebäude das Bundeshaus des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB). An diesem Tag wurde auch das ADGB-Gebäude in Berlin von den Nazis gestürmt, der ADGB-Vorsitzende Theodor Leipart verhaftet.

Buntenbach erinnerte daran, dass die heutige Gewerkschaftsbewegung in Deutschland in Erinnerung an den 2. Mai 1933 entstanden sei. Denn die Erfahrung aus 1933 hat gezeigt: Nie wieder darf sich die freie, demokratische Gewerkschaftsbewegung spalten lassen – die Geburtsstunde der Einheitsgewerkschaft. "Wir begehen diesen Tag aber nicht aus Nostalgie oder Tradition", so Buntenbach – vielmehr sei die Erinnerung an den 2. Mai 1933 auch heute noch als "Warnung vor Faschismus" zu verstehen. Dieser Tag sei "eine Mahnung, sich altenund neuen Faschisten entgegenzustellen. Gewerkschaften müssen sich einsetzen für Demokratie, Menschenwürde und Respekt."

Die Gedenkveranstaltung war gleichzeitig der Auftakt zur Eröffnung der Ausstellung "Für eine starke Republik! Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold 1924-1933".

Weitere Themen

Imp­fen und Tes­ten: Was Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer jetzt wis­sen müs­sen
Spritze undImpfstoff vor verschwommenen Hintergrund
DGB/Anawat Sudchanham/123rf.com
Kann mein Arbeitgeber verlangen, dass ich mich gegen Corona impfen lasse? Darf ich einen Termin während der Arbeitszeit wahrnehmen - und wer bezahlt dann mein Gehalt? Habe ich ein Recht auf regelmäßige Schnelltests am Arbeitsplatz? Unser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Impfungen und Tests für Beschäftigte und Betriebsräte.
weiterlesen …

Co­ro­na-Imp­fung und was Be­schäf­tig­te da­zu wis­sen müs­sen
Ärztin mit Spritze
DGB/Simone M. Neumann
In Deutschland wird gegen Corona geimpft. Wir beantworten, was Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jetzt wissen müssen. Zum Beispiel, welche Berufsgruppen zuerst geimpft werden können.
weiterlesen …

Co­ro­na-Kin­der­kran­ken­geld: Wer es be­komm­t, wie es be­an­tragt wird
Vater mit zwei kleinen Kindern, staubsaugen gemeinsam den Küchenboden
Colourbox.de
Eltern, die wegen Kita-Schließungen oder Schulschließungen aufgrund der Corona-Pandemie ihre Kinder betreuen müssen, können dafür jetzt Kinderkrankengeld beziehen. Pro Elternteil gibt es 30 Tage ab dem ersten Kind im Jahr 2021, für Alleinerziehende 60. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften haben seit Monaten mehr Unterstützung für Eltern in der Krise gefordert. Das zusätzliche Kinderkrankengeld für Eltern ist kurzfristig ein Schritt in die richtige Richtung, reicht jedoch nicht aus.
weiterlesen …

Co­ro­na als Be­rufs­krank­heit? Bei der Ar­beit an CO­VI­D-19 er­krankt
Drei Bauarbeiter*innen / Handwerker*innen mit Schutzhelm und Mund-Nasen-Schutz; blicken mit verschränkten Armen nach links
DGB/123rf.com/visoot
Wer auf der Arbeit an Corona erkrankt, sollte dies als Berufserkrankung, bzw. als Arbeitsunfall bei der Unfallversicherung melden. Infos zu Anerkennung und Co.
weiterlesen …

Min­dest­lohn 2021/2022: Was än­dert sich?
Münze mit Prägung des Schriftzugs Mindestlohn
DGB/Bartolomiej Pietrzyk/123RF.com
Wie hoch ist der Mindestlohn im Jahr 2021? Wie hoch ist der Mindestlohn 2022? Wann wird er erhöht? Und welche Ausnahmen gelten beim Mindestlohn in 2021 und 2022? Antworten auf die wichtigsten Fragen.
weiterlesen …

Co­ro­na: Al­les, was Be­schäf­tig­te jetzt wis­sen müs­sen
Mikroskopaufnahme Corona-Viren
DGB/Kateryna Kon/123rf.com
Die Corona-Pandemie hält an. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stellen sich immer wieder neue Fragen. Wir haben die wichtigsten Antworten.
weiterlesen …

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …