Deutscher Gewerkschaftsbund

11.11.2015
Zeitverträge in der Wissenschaft

Hochschulen: 90 Prozent befristete Stellen

Befristungen an Hochschulen eindämmen - Gesetz nachbessern

Rund 90 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an deutschen Hochschulen haben nur einen befristeten Vertrag. Deshalb ist "eine Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes überfällig", fordert die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung müsse in einigen Punkten korrigiert werden.

"Hire-and-Fire-Mentalität schadet den Hochschulen und Forschungseinrichtungen, denn wenn wissenschaftliche Arbeit in Kurzzeitverträge zerstückelt wird, bleibt die Kontinuität und damit die Qualität der Arbeit auf der Strecke", sagte Hannack anlässlich der Anhörung zur Reform des Gesetzes im Bundestag am 11. November.

Junge Frau im Labor

DGB/Simone M. Neumann

Hannack: "Exzellente Wissenschaft braucht exzellente Arbeitsbedingungen"

"Exzellente Wissenschaft braucht exzellente Arbeitsbedingungen", so Hannack weiter. "Die Bundesregierung muss das Gesetz wieder auf seine ursprüngliche Aufgabe zurückführen: Ziel ist es, die Befristung von Arbeitsverträgen zu regeln, die einer wissenschaftlichen Qualifizierung dienen soll. Der vorliegende Gesetzentwurf ist ein erster, wichtiger Schritt auf diesem Weg. Es ist gut, dass die Befristung von Beschäftigten in Verwaltung und technischem Bereich aus dem Gesetz gestrichen werden soll. Sekretärinnen und Sekretäre, Beschäftigte in Laboren oder der Studienberatung erledigen Daueraufgaben und dafür brauchen sie Dauerstellen."

Gesetzentwurf muss noch korrigiert werden

"Dennoch braucht der Gesetzentwurf noch Korrekturen", erklärte Hannack. "Die Bundesregierung muss eine konkrete verbindliche Mindestlaufzeit für die Zeitverträge verankern. Verträge für die Promotion oder in der Post Doc-Phase müssen mindestens drei Jahre laufen. Und es muss sichergestellt sein, dass die eigene wissenschaftliche Qualifizierung mindestens zur Hälfte in der vertraglich festegelegten Arbeitszeit stattfinden muss. Ansonsten ist zu befürchten, dass die Qualifizierung außerhalb der Arbeitszeit erfolgt. Womit das zentrale Argument für die Gewährung eines Sonderbefristungsrechtes für die Wissenschaft entfallen würde."


Nach oben

Weitere Themen

Die DGB-Som­mer­tour 2017
DGB
Vom 24. bis zum 27. Juli sind Vorsitzende und Vorstandsmitglieder von DGB und Gewerkschaften unterwegs durch Berlin und Brandenburg auf "DGB-Sommertour". Vier Tage lang besuchen sie Betriebe und Dienststellen aus acht verschiedenen Branchen und informieren sich über aktuelle Herausforderungen in der Arbeitswelt und innovative Lösungen von engagierten Beschäftigten, Betriebs- und Personalräten.
weiterlesen …

Dar­um ist Mi­cro­soft Of­fi­ce 365 ein Fall für den Be­triebs­rat
Microsoft
Mehr Effizienz durch umfassende Leistungskontrolle im Job? Mit einem neuen Add-on für die Bürosoftware Microsoft Office 365 können Arbeitgeber die Leistung ihrer Mitarbeiter detailliert analysieren. Aus Sicht des DGB ist der Einsatz der Software zwingend mitbestimmungspflichtig.
weiterlesen …

Der DGB-­Steu­er­rech­ner
DGB
Mit dem DGB-Steuerkonzept hätten 95 Prozent aller Haushalte mehr Netto vom Brutto. Mit dem DGB-Steuerrechner können Sie selbst ausrechnen, was Sie zusätzlich auf dem Konto hätten, wenn unser Konzept umgesetzt wird.
zur Webseite …

DGB zur Bun­des­tags­wahl 2017: Jetzt ge­recht - du hast die Wahl!
DGB
Jetzt gerecht - du hast die Wahl! Der DGB hat klare Forderungen an die Parteien zur Bundestagswahl 2017 formuliert. Hier gibt's alle Infos.
weiterlesen …

Mit dei­ner Stim­me den Ren­ten-Sink­flug stop­pen!
DGB
Setz dich jetzt mit uns für eine gute Rente ein! In diesem Jahr haben wir die Chance, bei der Rente viel zu bewegen. Dafür zählt jede Stimme. Denn bei der Bundestagswahl geht es auch um die Zukunft der Rente.
zur Webseite …

Zuletzt besuchte Seiten