Die Arbeitgeber wollen sechs Milliarden Euro eingesparen - bei Weiterbildung, Arbeitslosengeld und Hartz-IV. Für DGB-Vorstand Annelie Buntenbach kommt dies nicht in Frage: Erneut sollen die Kosten der Krise denen aufgeladen werden, die sie nicht verursacht haben. Es drohen Fachkräftemangel, Armut und soziale Spaltung.
Von Annelie Buntenbach
Die radikalen Kürzungspläne des Arbeitgeberpräsidenten Herrn Hundt führen zu einer weiteren Aushöhlung der Arbeitslosenversicherung, treiben noch mehr Menschen in die Hartz IV -Falle und verschärfen die Armut von Arbeitslosen mit Kindern.
Eine Halbierung der Arbeitsförderung für Hartz IV-Empfänger hieße für viele Hilfebedürftige endgültig Perspektivlosigkeit. Wenn die Arbeitgeber ausgerechnet die Axt an die Weiterbildung legen, organisieren sich selbst den Fachkräftemangel von morgen. Die Zahl der Qualifizierungsteilnehmer liegt bereits um 26 Prozent unter Vorjahresniveau. Mehr und nicht weniger Investitionen in Aus- und Weiterbildung sind notwendig, damit mehr Menschen bei anziehender Konjunktur eine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben. Wie viel bei der Arbeitsförderung gespart werden kann, haben die AG selbst in der Hand. Je mehr arbeitslose Menschen sie einstellen, umso weniger Geld wird gebraucht
Ausgerechnet den Arbeitslosen die Kosten der Krise aufladen zu wollen, die ganz gewiss nicht sie verursacht haben, verschärft die die gesellschaftliche Spaltung und schafft sozialen Unfrieden